Knappe Niederlage in St. Denis

Siegestor der Franzosen nach Konzentrationsfehler bei einem Freistoß.
Die "Grande Nation" hat sich am Mittwochabend für das ÖFB-Team wie erwartet noch als eine Nummer zu groß erwiesen.

Im Gastspiel bei Fußball-Vizeweltmeister Frankreich, der im vergangenen Jahr erst im Elfmeterschießen das Endspiel gegen Italien verloren hatte, gab es für Österreich durch einen Treffer von Karim Benzema in der 50. Minute eine knappe 0:1-Niederlage.

Entscheidung kurz nach der Pause
©Bild: Reuters
©Bild: Reuters
Im Stade de France von St. Denis hielt die junge Mannschaft von Teamchef Josef Hickersberger vor 68.000 Zuschauern bis zur Pause ein 0:0 und ließ dabei nur wenige Möglichkeiten der Gastgeber zu, ein Konzentrationsfehler bei einem Freistoß kurz nach dem Wechsel ermöglichte den Franzosen dann aber den entscheidenden Treffer.

Die Offensivbemühungen der Österreicher wurden von den Hausherren jedoch schon meist frühzeitig unterbunden. Eine Chance von Kapitän Andreas Ivanschitz nach einem guten Konter in der 10. Minute blieb die beste Gelegenheit.

Kleine ÖFB-Erfolgsserie gerissen
Seit dem 0:1 in Basel am 6. September 2006 gegen Venezuela war die ÖFB-Truppe zuletzt in fünf Spielen gegen Liechtenstein (2:1), die Schweiz (2:1), Trinidad und Tobago (4:1), Malta (1:1) und Ghana (1:1) ungeschlagen geblieben.

Der bis dato letzte Österreich-Sieg gegen die Franzosen bleibt weiterhin das 1:0 im Oktober 1970 in Wien.

Viele Junge im Team der Gastgeber
Die Franzosen befinden sich spätestens seit dem Vizeweltmeistertitel 2006 endgültig im Umbau Richtung EM 2008 und WM 2010. Von den "großen Namen" waren im Test gegen Österreich lediglich Coupet, Thuram, Cisse und Anelka zu sehen, dennoch bot Raymond Domenech eine hoch motivierte junge Mannschaft auf.

Debütanten gab es bei den Franzosen drei zu sehen, nämlich den "neuen Zidane" Nasri sowie nach der Pause Torschütze Benzema und Piquionne. Bei den Österreichern debütierte der Mattersburger Atan in den letzten zehn Minuten.

Frankreich beginnt schwungvoll
Im Gegensatz zum äußerst mühevoll erkämpften 1:0 am Samstag in der EM-Quali in Litauen, wo Anelka die einzige Spitze war, trat man im heimischen Stade de France mit einem klassischen und offensiv ausgerichteten 4-4-2-System an. Dementsprechend schwungvoll ging es auch los.

Ein Escude-Kopfball (1./daneben) eröffnete die Sturm-und-Drang-Phase gegen die wie erwartet tief stehenden Österreicher, die allerdings die erste Großchance der Partie vorfanden. Nach Linz-Pass zog Ivanschitz davon, seinen Schuss fischte Barthez-Nachfolger Coupet aus dem langen Eck (10.). Referee Briakos entschied jedoch auf Abstoß.

Linke ÖFB-Abwehr war zu offen
Gefährlich wurde es für Macho und Co. immer wieder vor allem über die linke Defensivseite der Österreicher. Linksverteidiger Fuchs erwischte einerseits einen schwachen Tag, andererseits wurde er auch vom viel zu offensiv werkenden Leitgeb mehrmals im Stich gelassen.

Der immer wieder aufrückende rechte französische Außenverteidiger Clerc hatte seine "Gaudi" und wurde dabei vom starken Anelka unterstützt. Hiden rettete bei einem Clerc-Stanglpass (4./von rechts), Nasri kam nach Clerc-Hereingabe (von rechts) zum spektakulären Seitfallzieher-Schuss (19.) und Cisse zog nach Anelka-Pass (von rechts) ab (23./jeweils daneben).

Macho kaum geprüft
Wirklich eingreifen musste Macho gegen die kombinationssicheren Franzosen jedoch erst bei einem zentral geschossenen Diarra-Hammer aus 25 Metern (36.). Die Österreicher kombinierten zwar recht gefällig, kurz vor dem Strafraum der "Blauen" verließ sie jedoch meist der Mut.

©Bild: Reuters
©Bild: Reuters
Ein umstrittener Freistoß ermöglichte den Hausherren die ersehnte Führung. Nach einer Attacke von Fuchs an Clerc entschied der Referee ursprünglich auf Abstoß, ließ sich jedoch von seinem Assistenten "overrulen".

Benzema trifft beim Länderspieldebüt
Debütant Nasri spielte den Freistoß nahe der Toroutlinie in den Rücken der ÖFB-Abwehr, dort wartete Debütant Benzema, und dieser schoss trocken und flach ins rechte Eck ein (50.).

Den Treffer zum 2:0 hatten die Franzosen bei Schüssen von Anelka (63.) und Nasri (64./jeweils knapp am kurzen Eck vorbei) auf dem Fuß. Österreich hatte hingegen offensiv überhaupt nichts mehr zu bestellen.

Mittwoch:

Frankreich - Österreich 1:0 (0:0)

Stade de France, Paris-St. Denis, 68.000 Zuschauer, Schiedsrichter Briakos (GRE)

Tor: Benzema (50.)

Frankreich: Coupet - Clerc, Thuram (46./Gallas), Mexes (46./Abidal), Escude - L. Diarra, Mavuba, Diaby (77./Piquionne), Nasri (70./Malouda) - D. Cisse (46./Benzema), Anelka

Österreich: Macho - Ibertsberger (59./Standfest), Martin Hiden, Stranzl, Fuchs - Ivanschitz, Aufhauser, Prager (90./Sariyar), Leitgeb (83./Atan) - Linz (82./Haas), Kuljic (69./Gercaliu)

Links: