Erste Reaktionen zur IOC-Entscheidung

Walter Mayer: "Ich kann eigentlich nichts sagen, ich weiß nicht, worum es wirklich gegangen ist.
Heinz Jungwirth (ÖOC-Generalsekretär): "Ich glaube, es sind alle froh, dass der Fall behandelt wurde und auf den Tisch gekommen ist. Von unserer Seite ist zu bemerken, dass das IOC die Strenge der Strafen durch den Besitz von verbotenen Substanzen und Methoden begründet. Das hat dazu geführt, dass die Athleten auf lebenslang gesperrt wurden. Mit dem Urteil hat man nicht rechnen können, es war aber klar, dass es zu Sanktionen kommen muss."

"In der Pressekonferenz gab es natürlich Fragen, was das für Auswirkungen auf die Salzburg-Bewerbung haben könnte. Rogge und Bach (IOC-Vizepräsident und Vorsitzender der Disziplinarkommission, Anm.) haben gesagt, das hat überhaupt keinen Zusammenhang. Beide haben fest unterstrichen, dass das mit der Bewerbung nichts zu tun hat." Auch Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden sieht in den Sperren keine Gefahr - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Walter Mayer (Ex-Langlauftrainer): "Ich kann eigentlich nichts sagen, ich weiß nicht, worum es wirklich gegangen ist. Nach diesem Urteil müsste mehr dahinter sein. Ich glaube aber, es ist eher ein Pauschalurteil, weil die Sportler nicht nach Lausanne zur Anhörung gekommen sind."

Peter Schröcksnadel (ÖSV-Präsident): "Ich kann dazu eigentlich noch nichts sagen, ich habe die Nachricht soeben erhalten. Aber es überrascht mich nicht, weil die Aktion in Turin schon eigenartig war. Wenn sich aber herausstellt, dass jemand etwas Verbotenes getan hat, was wir noch nicht wissen, werden wir ihn nicht schützen, denn wir sind gegen Doping. Wenn die Vorwürfe aber ungerechtfertigt sind, werden wir unsere Athleten verteidigen."

"Aus unseren Unterlagen geht jedenfalls nichts hervor, außer im Fall Johannes Eder, der von unserer Disziplinarkommission gesperrt worden ist. Solange das Strafverfahren in Italien nicht abgeschlossen ist, ist die Frage, ob man außerhalb überhaupt etwas machen kann. Walter Mayer ist bis 2010 gesperrt, warum sind es die Sportler lebenslang?"

Markus Gandler (ÖSV-Sportdirektor Biathlon und Langlauf): "Ich bin verwundert. Sollte es schwerwiegende Vorwürfe geben, die wir noch nicht kennen, wird der ÖSV reagieren. Aber es ist eigenartig, jemanden zu verurteilen, der noch gar nicht weiß, wofür."

Martin Tauber (Skilangläufer): "Ich habe nichts Verbotenes gemacht. Bei mir wurde in Pragelato ein Hämoglobinmessgerät gefunden, das mir zur Kontrolle dient, weil ich von Natur aus einen hohen Wert habe. Aber es steht nirgends geschrieben, dass man das nicht besitzen darf. Für mich hört sich das nach Pauschalverurteilung an. Ich werde auf jeden Fall versuchen, rechtlich dagegen anzukämpfen, solange es meine finanziellen Möglichkeiten zulassen."

"Ich weiß nicht einmal, ob ich 2010 noch aktiv sein werde und überhaupt noch zu Winterspielen gefahren wäre. Aber mein guter Ruf geht den Bach runter. Die Beweise gehören auf den Tisch, wenn es um manipulierende Maßnahmen oder Mittel geht. Ich bin daran interessiert, dass der Fall zu einem Abschluss kommt. Jeder, der etwas gemacht hat, soll verurteilt werden. Ich werde morgen weitere Schritte mit meinem Anwalt besprechen, so kann ich das nicht stehen lassen, das ist inakzeptabel."