Brutale Attacke im Wiener Derby

Joey Didulica wurde vor Gericht freigesprochen, zahlte aber eine Spende ans AKH.
Der nach eineinhalb Jahren Verletzungspause auf den Fußballplatz zurückgekehrte Joey Didulica hat am 20. Mai 2005 im Wiener Derby für eine brutale "Kung-Fu-Attacke" gesorgt.

©Bild: APA/Herbert Pfarrhofer
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Der damalige Austria-Goalie war Rapid-Stürmer Axel Lawaree im Ernst-Happel-Stadion an der Strafraumgrenze mit dem Knie entgegengesprungen und hatte dem Belgier eine schwere Kopfverletzung (Nasenbeintrümmerbuch) zugefügt.

Der gebürtige Australier und kroatische Teamspieler war damals für acht Spiele gesperrt und vor Gericht von dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung erst in zweiter Instanz freigesprochen worden.

Vergleich mit Spende
Didulica und Lawaree hatten sich außerdem nach einer zivilrechtlichen Klage wegen Schmerzensgeldes und Verdienstentgangs im November 2007 auf einen Vergleich geeinigt: Didulica musste 18.000 Euro an die Kinder-Dialysestation im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) überweisen.

Wie Didulicas Anwalt Oliver Scherbaum damals sagte, handelte es sich "um ein Zeichen des guten Willens". Der Keeper habe sich bereiterklärt, diese Summe für einen guten Zweck zu spenden. Im Gegenzug verzichtete Lawaree auf "allfällige Ansprüche".

Freispruch in zweiter Instanz
In erster Instanz war Didulica zu einer Geldstrafe von 60.000 Euro verurteilt worden, wogegen er Berufung einlegte. Das Oberlandesgericht sprach ihn in der Folge im Juni 2007 vom Vorwurf der vorsätzlichen schweren Körperverletzung frei.

Begründet wurde die Entscheidung im Wesentlichen damit, dass es sich um eine für die Sportart Fußball spartenspezifische Begleiterscheinung gehandelt habe.

Das böse Foul hatte die Emotionen speziell unter den Fans der beiden Wiener Erzrivalen hochgehen lassen. Didulica, der vom Bundesliga-Strafsenat zu einer Sperre von acht Spielen verurteilt worden war, hatte die Austria ein Jahr später in Richtung AZ Alkmaar verlassen.

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