Der 25-Jährige holte damit den kaum für möglich gehaltenen und doch so sehnsüchtig angestrebten Titel und zog sich auch selbst aus einem mentalen Tief. Bei einem in Erwägung gezogenen Startverzicht hätte die Niederlage mit Platz vier über 100 m Rücken länger und viel schwerer gewogen. Nun liegt sein Fokus aber wieder ganz auf dem 200-m-Finale bei den Olympischen Sommerspielen in Peking.
Zur Einstimmung darauf diente in Manchester auch die Siegerehrung mit dem Abspielen der österreichischen Bundeshymne. "So weltweit ist das schon etwas anderes als bei einer EM", sagte der Wiener zu der Tatsache, dass Rot-Weiß-Rot diesmal vor den "Stars and Stripes" für US-Schwimmer Ryan Lochte, der knapp hinter ihm Silber holte, und dem drittplazierten Russen Stanislaw Donets lag.
Wenn ein Plan in die Tat umgesetzt wird
Österreichs Sportler des Jahres 2004 versteht es eben wie kaum ein anderer, seine Ziele anzupeilen, sich darauf vorzubereiten und seinen Plan umzusetzen. Diese Fähigkeit ist durch seine gesamte Karriere hindurch zu beobachten, speziell nach seinem missglückten Olympiadebüt vor gut siebeneinhalb Jahren in Sydney.
Niemand hatte ihm damals zugetraut, nur zehn Monate später in Fukuoka als Vizeweltmeister aufzutauchen. In nur einem Studienjahr hatte sich der damals in Österreich noch weitgehend unbekannte Rogan die amerikanische Unbekümmertheit zu eigen und sich die tollen Trainingsmöglichkeiten in Stanford zunutze gemacht.
Der Medaillenhamster
WM-Silber belastete aber weniger, als es ihn beflügelte. Drei Medaillengewinne bei den Langbahn-Europameisterschaften 2002 waren ein wichtiger Zwischenschritt auf seiner Erfolgsleiter, ehe Dublin 2003 kam. Kaum bemerkt hatte er damals einen mühevollen Trip aus den Staaten zur Kurzbahn-EM unternommen, um für die Heim-EM ein Jahr später in Wien gewappnet zu sein.
Rogan gewann trotz Jetlags und Prüfungsstresses Bronze über 200 m Rücken, das war ihm aber nicht am wichtigsten. Vielmehr kannte er nun die Kurzbahn-Atmosphäre, erfüllte letztlich in Wien mit je zweimal Gold und Silber seine Mission. Zwischen Dublin und Wien lag Olympia in Athen, seine dort errungenen zwei Silbermedaillen waren sein damals mögliches Maximum.
Der Traum von Olympiagold
Er schaffte den Coup und ist seither vom Gedanken beflügelt, heuer im August in Peking mit einer Goldchance anzutreten. Noch ist es nicht klar, ob sie für Rogan bei Olympia auch wirklich realistisch sein wird. Doch er ist überzeugt davon. Und Rogan hat noch meistens seine Pläne in die Tat umgesetzt.
Europarekord und Weltrekord hatte Rogan als weitere Meilensteine schon davor abgehakt. Unmittelbar nach der WM wird es für Rogan nun vier Monate lang keine andere Priorität als die Spiele in Peking geben. "Meine Zeitrechnung geht nur bis Olympia", sagt er dazu. Nichts kann seinen Fokus besser zum Ausdruck bringen.
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