Während Ivanschitz so wie die meisten Legionäre keine Winterpause hatte und bis Mitte Mai durchspielte, absolvierten die Teamkicker der österreichischen Bundesliga im Jahr 2008 nur 13 Runden, hatten dann noch eine Woche Pause und tankten in den vergangenen Tagen bereits ordentlich Kondition. Dennoch sieht der Mittelfeldspieler die "Fremdarbeiter" in puncto körperlicher Verfassung nicht im Nachteil.
"Wir werden nicht schlechter beieinander sein als die anderen", vermutete der 24-Jährige, der in den kommenden Tagen "hart trainieren und wieder zu Kräften kommen" will. "Ab heute wird dem Ziel, bei der EM dabei zu sein und fit zu sein, alles untergeordnet. Ich werde alles dafür tun, um bei der EM körperlich und geistig fit zu sein."
"Sind auf dem richtigen Weg"
Der Kapitän erfuhr durch viele Telefongespräche von der derzeit positiven Atmosphäre in der ÖFB-Auswahl. "Es ist sehr erfreulich, dass es eine gute Stimmung gibt. Jeder will bei der EM dabei sein und hat das auch dem Teamchef gezeigt. Ich hoffe, dass es in dieser Tonart weitergeht und jeder für den anderen kämpft. So wie ich das mitbekommen habe, sind wir auf dem richtigen Weg."
Den bevorstehenden Konkurrenzkampf um einen Platz im definitiven 23-Mann-Kader begrüßt Ivanschitz. "Es ist gut, dass es einen großen Kader gibt. So haben einige die Chance bekommen, sich zu zeigen. Der Teamchef wird die Entscheidungen treffen, und natürlich wird es dann die eine oder andere Enttäuschung geben."
Rummel um ÖFB-Team wird immer größer
Die Szenerie bei seiner Ankunft in Lindabrunn - Ivanschitz wurde von zahlreichen Journalisten, Fotografen und Kamerateams "bestürmt" - ließ den Kapitän schon erahnen, was in den kommenden Tagen auf ihn zukommt.
"Ich habe mich darauf eingestellt, dass der Rummel immer größer wird. Das ist etwas Schönes. Auf der anderen Seite werden wir sicher auch unsere Ruhe bekommen, damit wir uns aufs Trainieren konzentrieren können", sagte Ivanschitz, dem nach seiner Rückkehr nach Österreich nicht entgangen war, dass der EM-Trubel in seiner Heimat schon eingesetzt hat.
"Das ist sehr positiv. Ich glaube, die Öffentlichkeit freut sich so wie die Spieler immer mehr auf das Turnier."
Gespräch mit Pogatetz
Schon unmittelbar nach seinem Eintreffen in der Sportschule Lindabrunn führte Ivanschitz kurze Unterredungen mit einigen Teamkollegen, darunter auch Emanuel Pogatetz, der ihn vor rund eineinhalb Jahren heftig kritisiert hatte.
"Wir hatten ein Gespräch, und diese Sache ist schon lange vom Tisch. Wir spielen gemeinsam und werden alles dafür tun, erfolgreich zu sein", versprach der Linksfuß.
Gegen Kroatien Duell mit Vereinskollegen
Ivanschitz bekam so wie alle anderen EM-Teilnehmer, die bei Panathinaikos unter Vertrag stehen, bereits ab vergangenem Dienstag frei, weil sich sein Verein schon eine Runde vor Play-off-Schluss die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation gesichert hatte. "Deshalb hat der Trainer entschieden, den Teamspielern eine längere Pause und anderen Spielern die Chance zu geben."
In diesen Genuss kam auch Torhüter Mario Galinovic, der im kroatischen Teamkader entweder die Nummer zwei oder drei hinter Stipe Pletikosa, Vereinskollege von Martin Stranzl bei Spartak Moskau, sein wird. Eine interne Wette hat Ivanschitz mit dem Keeper des EM-Kontrahenten zwar nicht laufen, "aber wir haben uns ausgemacht, dass wir nach dem Match die Trikots tauschen werden".
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