Markus Katzer etwa hielt sich schon in der vergangenen Saison des Öfteren in einer derartigen Räumlichkeit auf und machte damit nach eigenen Angaben nur positive Erfahrungen. "Es gibt keinen von uns, der drinnen war und danach gesagt hat, dass es nichts gebracht hat", sagte der Linksverteidiger des ÖFB-Teams.
Neue Kräfte für den Meister
Er habe gemeinsam mit Steffen Hofmann und Ümit Korkmaz zu den ersten Rapidlern gezählt, die in der Hypoxie-Kammer neue Kräfte tankten. "Dann ist es wie ein Lauffeuer geworden", so Katzer, nach dessen Angaben schließlich rund 80 Prozent des Rapid-Kaders in einer Luft mit geringerem Sauerstoffgehalt regenerierten.
Ihm habe die Kammer vor allem nach seinem im September erlittenen Kreuzbandriss geholfen. Während die ÖFB-Spieler in der Kammer nur passive Gäste sein werden, saß Katzer damals im Aufbauprogramm nach seiner schweren Verletzung sogar zweimal je fünf Tage am Ergometer und absolvierte damit quasi ein "Höhentraining", das im ÖFB-Lager allerdings verpönt ist.
Die kurzen Nächte in Middlesbrough
Auch Emanuel Pogatetz kam bereits mit sauerstoffreduzierter Luft in Kontakt. Der Middlesbrough-Verteidiger schlief vor rund drei Monaten in England einige Tage unter einem "Hypoxie-Zelt", brach den Test dann aber wieder ab. "Denn wenn die Kinder in der Nacht kommen, können wir nicht in einer Höhenkammer schlafen", sagte der Verteidiger.
Holdhaus: "Psychologische Sache"
Leistungsdiagnostiker Hans Holdhaus hegt Zweifel an der physiologischen Wirksamkeit der Hypoxie-Kammer und glaubt, dass es sich "ein bisschen um ein Experiment handelt. Meiner Meinung nach ist es auch eine psychologische Sache."
"Sie soll der Regeneration dienen, aber dazu gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege, sondern nur das subjektive Empfinden einzelner Spieler", sagte der Wiener, der in seinem Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) in der Südstadt die ÖFB-Kicker regelmäßig leistungsdiagnostischen Tests unterzieht.
"Interessanter" Denkansatz
Den Denkansatz, bei der Regeneration weniger Sauerstoff zuzuführen, hält der 63-Jährige für "interessant, weil er völlig im Widerspruch zum gängigen Ansatz steht, dass bei der Regeneration eher mehr als weniger Sauerstoff zugeführt werden soll".
Bei Höhentrainings trat in der Vergangenheit oft das Phänomen auf, dass Athleten danach konditionelle Einbrüche erlitten. Diese Gefahr besteht laut Holdhaus für das ÖFB-Team nicht, "weil sich die Spieler nie lange in der Kammer aufhalten".
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