Zwei Starter weniger als in Athen

Tamira Paszek fehlt trotz Quotenplatz.
Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) hat am Montag in Wien ein 72-köpfiges Aufgebot (plus einen Tischtennis-Ersatzmann) für die Sommerspiele von 8. bis 24. August in China bekanntgegeben.

32 Athletinnen und 40 Athleten werden Rot-Weiß-Rot in Peking, Qingdao (Segeln) und Hongkong (Pferdesport) vertreten. Das ist die kleinste Mannschaft seit Montreal 1976, als 64 Aktive nominiert worden waren. 2004 in Athen waren es 74.

Drei Medaillen als Ziel
"Ich hoffe auf die eine oder andere Medaille und freue mich über jede. Zahl werden Sie von mir keine hören", sagte ÖOC-Präsident Leo Wallner.

Generalsekretär Heinz Jungwirth sprach von "drei", die ihn "schon sehr, sehr glücklich" machen würden und nannte die Sportarten Schwimmen, Judo, Tischtennis, Schießen und Segeln.

Hohe Frauenquote
In einer "sehr, sehr langen Sitzung" und nach "langer Diskussion", so Wallner, habe sich der ÖOC-Vorstand am Sonntagabend fast einstimmig auf die Sportler geeinigt, die akkreditiert werden.

"Es sind 40 Herren und 32 Damen, die Frauenquote liegt bei 44 Prozent, so eine hohe Quote hatten wir noch nie", sagte Wallner erfreut. Das sei zufällig, präzisierte Generalsekretär Heinz Jungwirth. "Es wäre schön, wenn wir sagen könnten, dass wir darauf hingearbeitet haben."

Als 73. Athlet - jedoch ohne Akkreditierung - ist Tischtennis-Ersatzmann Daniel Habesohn mit dabei.

Viele "Diskussionsfälle" berücksichtigt
"Diskussionsfälle" wie die Tennisspieler (außer Tamira Paszek), Kanute Helmut Oblinger (Wildwasser-Slalom), Radfahrerin Monika Schachl (Straße) sowie die Beachvolleyball-Duos Florian Gosch/Alexander Horst und Sara Montagnolli/Sabine Swoboda wurden berücksichtigt.

Nicht dabei sind allerdings trotz internationaler Quotenplätze u. a. die vom ÖLV vorgeschlagenen Leichtathletinnen Andrea Mayr und Bettina Müller-Weissina sowie Schwimmerin Fabienne Nadarajah. Einige Athleten (etwa Ruderer und Badmintonspieler) standen bereits Sonntag nicht mehr zur Diskussion.

Eine "Ermessensfrage"
"Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik sind messbar, andere wie Beachvolleyball nicht so, das ist dann eine Ermessensfrage", erklärte Wallner die Vorgehensweise.

Im Gegensatz zu Athen wird Österreich in China in den Sparten Ringen, Taekwondo, Rudern und Gewichtheben nicht vertreten sein, dafür präsentieren sich der Schwimmverband mit 17 Teilnehmern und der Segelverband mit elf besonders stark.

"Das hat ein gewisser Wechsel in Österreich stattgefunden, in einigen Sportarten sind wir nicht mehr so leistungsstark", sagte Jungwirth. Auch bedauere das ÖOC, das 54 Betreuer akkreditieren darf, dass sich keine Mannschaft qualifiziert hat.

Was in China verboten ist
Alle Sportler bekommen vom ÖOC eine Broschüre, in der sie mit u. a. den Gesetzmäßigkeiten in China vertraut gemacht werden. "Wir haben ein Sicherheitssystem für Notfälle, wir stehen in Kontakt mit dem Außenministerium. Die Sportler müssen sich bewusst sein, dass sie in China in einer Diktatur und nicht in einer freien Welt daheim sind", erklärt Jungwirth.

Die vom IOC verfasste Mitteilung, dass sich die Sportler auf den olympischen Wettkampfstätten und im olympischen Dorf an die olympische Charta halten müssen (keine politischen Parolen), wurde an die Athleten weitergeleitet. "An den anderen Orten können sie frei reden und sagen, was sie zu sagen haben. Wir haben keinen Maulkorb erteilt", teilte Jungwirth mit.

ÖOC-Aufgebote bei Sommerspielen
JahrOrtHerrenDamenGesamt
1896Athen3-3
1900Paris10-10
1904St. Louis2-2
1906Athen35-35
1908London7-7
1912Stockholm91798
1924Paris38341
1928Amsterdam47552
1932Los Angeles729
1936Berlin16617183
1948London8925114
1952Helsinki8920109
1956Melbourne29534
1960Rom8221103
1964Tokio451156
1968Mexiko35843
1972München10715122
1976Montreal58664
1980Moskau692089
1984Los Angeles7631107
1988Seoul69776
1992Barcelona7633109
1996Atlanta571774
2000Sydney563894
2004Athen542074
2008Peking403272

1920 in Antwerpen war Österreich nicht dabei.

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