Der "Goleador" trennte sich 2005 nicht eben in Freundschaft von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler und musste sein Amt in späterer Folge Josef Hickersberger überlassen.
In seiner Eigenschaft als Kolumnist einer Tageszeitung äußert sich Krankl auf www.oe24.at äußerst kritisch über die Bestellung Brückners.
"Gute Erinnerungen habe ich nicht"
"Ich muss das erst verdauen. Ich habe keine Ahnung, wer auf den gekommen ist, weiß nur, dass er bei den Tschechen aufgehört hat, weil er nicht mehr wollte. Ich weiß aber nicht, ob wegen des Alters oder wegen einer Krankheit, und jetzt ist er plötzlich bei Österreich."
"Bei der Terminkonferenz in Wales für die EM-Quali 2004 hat es extreme Schwierigkeiten mit dem Herrn gegeben, es hat drei, vier Stunden gedauert und nichts ist herausgekommen. Aber es ist okay, denn jeder Teamchef versucht, bei der Terminkonferenz das Beste herauszuholen. Doch gute Erinnerungen habe ich nicht an ihn."
"Ich habe mich an der Teamchef-Frage nicht beteiligt aus Gründen, die man sich vorstellen kann. Ich hatte aber auch keinen persönlichen Favoriten, auch Herzog nicht."
Gasselich wundert sich
Auch bei einem anderen Ex-Teamspieler löste das Engagement des Tschechen Verwunderung aus. "Als ich den Namen im Radio hörte, bin ich fast aus meinem Auto geflogen. Ich bin maßlos enttäuscht", sagte Felix Gasselich am Freitag zur APA.
Österreich verfüge nun endlich über ein junges, dynamisches und aufstrebendes Nationalteam, und man hätte eigentlich jemanden gebraucht, der diese Tugenden mitgebracht und auch weitertransportiert hätte, so Gasselich.
"Es hätte nicht ein 68-jähriger Pensionist, sondern ein Mann mit Power, Elan und einem klingenden Namen sein sollen", meinte der 52-jährige Wiener, der 19-mal den Teamdress (drei Tore) getragen hatte.
"Einen Pensionisten angestellt"
Er wolle Brückner Qualitäten nicht absprechen, aber wirklich große Erfolge habe der Tscheche nicht vorzuweisen. "Der ÖFB hat einen Pensionisten angestellt, der ÖFB ist ein Seniorenbund. Ich werde mir kein Länderspiel mehr im Stadion anschauen", erklärte der ehemals technisch versierte Mittelfeldspieler, der mit Ajax Amsterdam (1983 bis 1985) einmal und mit "seiner" Wiener Austria (1970 bis 1983) viermal Meister geworden war.
Der Europacup-Finalist im Cup der Cup-Sieger von 1978 in Paris (0:4 gegen RSC Anderlecht) wies daraufhin, dass Österreich über eine ausgezeichnete Trainerausbildung, die er auch selbst genossen hatte, und genügend qualifizierte und auch junge Trainer verfüge. "Aber leider geht in dieser Richtung im ÖFB nichts weiter, wird lieber ein Senior angestellt", kritisierte Gasselich, ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
"Keiner hat Brückner gutgeheißen"
Die von der Öffentlichkeit und unter Experten diskutierte Variante mit Andreas Herzog als direktem Nachfolger des nach dem EM-Aus abgedankten Josef Hickersberger hätte Gasselich auch nicht gefallen.
"Auch wenn Herzog die Unterstützung der Medien gehabt hätte, wäre es für ihn besser gewesen, vor dem Teamchef-Posten irgendeine Nachwuchsauswahl des ÖFB zu übernehmen", meinte der Ex-Internationale, der nach eigenen Angaben in kurzer Zeit über 30 Telefonanrufe erhalten hatte. "Und allen ging es wie mir, keiner hat Brückner als Teamchef gutgeheißen."
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