Nach Ansicht des im Super-G um 0,45 Sekunden auf den zweiten Platz verwiesenen Hermann Maier geht die Erfolgsgeschichte für den lange verletzten norwegischen Ausnahmekönner jetzt erst richtig los.
"Stolzer Zweiter"
"Ich bin ein stolzer Zweiter. Der vor mir ist der Einzige, der als Seriensieger mein Nachfolger werden kann", lobte der Salzburger am Tag vor seinem 36. Geburtstag.
"Hermann ist eine der größten Legenden im Rennsport. Ich muss Danke sagen, aber es wird noch lange dauern, bis ich vielleicht sein Nachfolger bin", freute sich Svindal.
Der Weg ist noch weit
Im Weltcup gelangen dem Norweger bisher elf Erfolge; der Weg bis zu den vom "Herminator" erwähnten Seriensiegen ist noch weit.
Erst recht, wenn er in Phalanx der großen drei mit dem Schweden Ingemar Stenmark (86 Siege), Maier (54) und Alberto Tomba (50) eindringen will.
Svindal kann ein "ganz Großer" werden
Der deutsche Abfahrtstrainer Walter Hlebayna traut Svindal zu, ein "Superseriensieger" zu werden. "Aksel war schon ein Großer vor der Verletzung, aber wenn man nach so einer schweren, fast lebensbedrohlichen Verletzung so zurückkommt, kann man ein ganz Großer werden."
So wie Maier, der sich trotz seines schweren Motorradunfalls im August 2001 wieder an die Spitze zurückkämpfte.
Auch wenn es durch die komplizierte Beinverletzung bei Maier zu einem tiefen Einschnitt in der Karriere kam: Nur 13 seiner 54 Weltcup-Siege hat der Doppelolympiasieger von 1998 nach der unfallbedingten Langzeitpause erobert.
Maier spürt sich wieder "richtig"
Zuletzt hatte der Flachauer sogar zwei sieglose Saisonen hinter sich, und die Skipension schien nahe, ehe er vergangenen Sonntag in Lake Louise doch wieder siegte.
Maier selbst war von seiner "Wiedergeburt" angetan: "Meine Disziplinen sind Abfahrt und Super-G. Sensationell, wie gut es da funktioniert."
"Unglaublich, was noch alles möglich ist. Erstmals seit meinem Unfall habe ich mich im Sommer wieder richtig gespürt, auch wenn es nie wieder so werden wird wie früher", so Maier.
Wenn der Körper mitspielt
Dennoch sind die letzten Erfolge auch ausschlaggebend dafür, dass Maier sogar bis Olympia 2010 weitermacht. Auch in Beaver Creek sprach Maier von "Saisonen", als man ihn fragte, wie lange er sich noch vorstellen könne, Skirennen zu fahren.
"Ich habe es auch gehört", so Maier-Freund und -Betreuer Andreas Evers lächelnd. "Alles ist bei ihm möglich. Die Frage ist, ob es sich körperlich noch ausgeht. So etwas kann man nicht planen", blieb der Coach vorsichtig.
Das weiß auch der 36-jährige Maier: "Entscheidend für die Zukunft wird, dass der Körper mitspielt. Dass ich Ski fahren kann, weiß ich ohnehin."
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