Rätsel gibt jedoch wieder einmal die weitere Karriereplanung des US-Amerikaners auf. Miller hat derzeit laut eigenen Angaben keine Lust, an Olympia 2010 in Vancouver teilzunehmen, und hält sogar ein sofortiges Karriereende für realistisch.
Auszeit für die Tochter
Dass Miller voller Überraschungen steckt, beweist auch eine Nachricht aus seinem Privatleben. Er hat sich die Auszeit nämlich auch deshalb genommen, um den ersten Geburtstag seiner im Raum San Diego lebenden Tochter zu feiern. Dass Miller eine Tochter hat, war bis dato im Skizirkus ein gut gehütetes Geheimnis gewesen.
In Sachen sportliche Karriereplanung beschwichtigte Millers österreichischer Head-Rennchef Rainer Salzgeber die Lage im Gespräch mit der APA ein wenig. "Dass Olympia für ihn nicht den großen Stellenwert hat, ist kein Geheimnis. Deshalb macht er sich Gedanken in diese Richtung. Aber ein Karriereende steht derzeit nicht im Raum", sagte der Vorarlberger.
Dass sein Schützling aufgrund der Verletzung am Syndesmoseband und der schlechten Saisonergebnisse frustriert sei, glaubt Salzgeber nicht.
"Bode ist enttäuscht"
"Frust würde ich es nicht nennen, Bode ist enttäuscht. Sein großes Saisonziel war die WM-Abfahrt und dort war er dann aufgrund einer dichten Nebelbank völlig chancenlos (Rang acht, Anm.). Aber er kann mit Niederlagen viel besser als andere umgehen", sagte Salzgeber über den amtierenden Gesamtweltcup-Sieger, der in Val d'Isere ohne Medaille geblieben war.
Salzgeber geht derzeit davon aus, dass Miller mit den Rennen in Kranjska Gora (28. Februar und 1. März) wieder in den Weltcup einsteigen wird. Eine andere Variante ist, dass er erst wieder in Kvitfjell (6. bis 8. März) und beim Finale in Aare (11. bis 15. März) fährt.
Gesamtweltcup abgehakt
Den Kampf um die Verteidigung des Gesamtweltcups hat Miller, der seit zwei Jahren selbstständig als "Team America" durch den Weltcup tourt, mit dem Sestriere-Verzicht aber praktisch aufgegeben. Derzeit liegt der in diesem Winter noch sieglose Miller nur auf Rang acht der Wertung, im Abfahrtsweltcup hat Miller aber noch alle Chancen auf eine kleine Kristallkugel.
Bei der WM in Val d'Isere hat Miller vor seiner Abreise wieder für jede Menge Verwirrung gesorgt. Er sprach von Karriereende und Olympiaverzicht, ließ sich aber wie immer ein Hintertürchen offen. "Ich rede schon seit fünf Jahren vom Aufhören, aber zurückgetreten bin ich bis jetzt noch nicht. Aber in diesem speziellen Fall könnte es vielleicht wirklich passieren", sagte Miller.
Olympia derzeit kein Thema
Zum Thema Olympia sagte der 31-Jährige, der 2006 in Turin als großer US-Hoffnungsträger medaillenlos geblieben war: "Derzeit gibt es nichts, was mich von einer Teilnahme überzeugen könnte. Aber ich habe mich noch nicht entschieden."
Wie die Tageszeitung "Österreich" (Mittwochausgabe) berichtete, meinte Miller, der zum dritten Mal en suite bei einem Großereignis ohne Medaille abgereist war, über seine Auszeit: "Ich brauche eine Pause und warmes Wetter."
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