Aus für Klinsmann

Entlassung nach nur zehn Monaten.
Bayern München hat sich am Montag von Trainer Jürgen Klinsmann getrennt.

Der deutsche Rekordmeister zog damit zwei Tage nach der 0:1-Heimniederlage gegen Schalke 04 die Konsequenzen aus dem Rückschlag im Kampf um die Titelverteidigung in der deutschen Bundesliga. Ex-DFB-Teamchef Klinsmann war in München damit nur zehn Monate im Amt.

Interimstrainer bis Saisonende wird Jupp Heynckes, der schon von 1987 bis 1991 Bayern-Coach war. Assistent von Heynckes wird Hermann Gerland, bisher Trainer der Bayern-Amateure.

Abschied am trainingsfreien Tag
Klinsmann war am Morgen des für die Profis trainingsfreien Tages um 9.23 Uhr auf das Vereinsgelände gekommen. Im Gespräch mit dem Bayern-Vorstand wurde er dann vom vorzeitigen Ende der Zusammenarbeit unterrichtet.

©Bild: GEPA/AFLO
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Der ehemalige deutsche Bundestrainer hatte als "absoluter Wunschtrainer" der Bayern-Spitze um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gegolten, als er im vergangenen Juli sein Amt als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld antrat. Klinsmanns Vertrag wäre bis 30. Juni 2010 gelaufen. Der 44-Jährige dürfte nun eine Abfindung in Millionenhöhe erhalten.

Klinsmann "sehr enttäuscht"
In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Klinsmann "sehr enttäuscht" über seinen Rauswurf. "Trotzdem möchte ich mich von Herzen beim FC Bayern München, seinen Fans, den Trainern, den Spielern und den Mitarbeitern für eine ereignisreiche Zeit bedanken."

©Bild: APA/Peter Kneffel
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Trotz der Entlassung sieht er sich nicht als gescheitert. "Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison deutscher Meister werden kann."

"Entscheidung sehr schwergemacht"
Bayern-Vorstandsvorsitzender Rummenigge wiederum versicherte in einer Pressemitteilung, dass "wir uns diese Entscheidung sehr schwergemacht haben. Aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise, wie diese zustande kamen, und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende zwangen uns, aus Verantwortung dem Club gegenüber zu handeln."

Der zuletzt pausierende "Frühpensionist" Heynckes übernimmt am Dienstag die Trainingsarbeit mit den Bayern-Profis. "Mit Jupp Heynckes und Hermann Gerland haben wir zwei erfahrene Trainer, denen wir die Leitung der Mannschaft bis zum Saisonende übertragen", so Rummenigge.

Heynckes wurde in seiner ersten Bayern-Amtszeit zweimal Meister (1989 und 1990). Mit Real Madrid feierte er 1998 mit dem Gewinn der Champions League seinen letzten großen Erfolg - nach dem gewonnenen Finale musste er die "Königlichen" allerdings verlassen.

Bittere erste Station als Vereinscoach
Klinsmann hatte sich am Samstag nach der bitteren Heimpleite gegen Schalke noch überzeugt gezeigt, dass er weiterhin das Vertrauen der Vereinsführung genieße. "Wir ziehen das durch. Die Chemie stimmt intern", hatte der Ex-Teamchef erklärt.

Nun ist er jedoch bei seiner ersten Station als Vereinscoach vorzeitig gescheitert. Die Bayern waren in der Champions League und im DFB-Pokal jeweils im Viertelfinale ausgeschieden. Mit nur drei Punkten Rückstand auf den VfL Wolfsburg haben die Bayern aber in den letzten fünf Runden noch die Chance auf den 22. Meistertitel.

Nachzügler Cottbus stoppt Wolfsburg
Bayern-Titelkonkurrent VfL Wolfsburg war am Sonntag ausgerechnet von Abstiegskandidat Energie Cottbus gestoppt worden.

Nach zehn Siegen in Serie kassierte der Tabellenführer mit 0:2 die erste Niederlage seit dem 13. Dezember des Vorjahres (1:2 in Bremen) und liegt damit nur noch zwei Zähler vor dem ersten Verfolger Hertha BSC.

Grafite/Dzeko gehen leer aus
Vor 15.750 begeisterten Zuschauern erzielten Dimitar Rangelow (72.) mit seinem neunten Saisontreffer und Ervin Skela (86.) die Tore für die Hausherren, die sich eine Woche vor dem Abstiegs-"Endspiel" beim Karlsruher SC auf den 15. Tabellenrang verbesserten. Dagegen ging der bisher torgefährlichste Angriff der Liga im Stadion der Freundschaft leer aus.

Die Wolfsburger traten in Cottbus nicht wie ein Titelaspirant auf. Trotz der Punkteverluste der Konkurrenz am Vortag spielte die Elf von Felix Magath zunächst überraschend abwartend und lauerte nur auf Fehler des Gegners.

Im zweiten Durchgang erhöhten die "Wölfe" zwar den Druck, doch das zusammen schon 38-mal in dieser Saison erfolgreiche Torjägerduo Grafite/Edin Dzeko brachte diesmal nichts Zählbares zustande. Und was dennoch aufs Tor kam, wurde eine Beute des reaktionssicheren Energie-Torhüters Gerhard Tremmel.

Möchengladbach verpasst Befreiungsschlag
Borussia Mönchengladbach verpasste den erhofften Befreiungsschlag im Überlebenskampf. Im Abstiegsspiel gegen Arminia Bielefeld kam die Borussia über ein mageres 1:1 (1:1) nicht hinaus und fiel dadurch auf Paltz 17 zurück.

Vor über 50.000 Zuschauern brachte Karim Matmour (13. Minute) den Altmeister zwar in Führung, doch Robert Tesche (32.) sorgte mit seinem Ausgleichstreffer für einen wertvollen Punktegewinn der Arminia, die als Tabellen-16. immerhin den Polster von einem Punkt auf den Rivalen verteidigte.

Für die Gladbacher wird es angesichts des äußerst schweren Restprogramms immer schwieriger, den Klassenverbleib sicherzustellen.

Deutsche Bundesliga

Freitag:
HoffenheimHertha BSC0:1

Samstag:
LeverkusenKarlsruhe0:1
Bayern MünchenSchalke0:1
DortmundHamburger SV2:0
HannoverKöln2:1
StuttgartFrankfurt2:0
BremenBochum3:2

Sonntag:
MönchengladbachBielefeld1:1
CottbusWolfsburg2:0

Tabelle:
1.VfL Wolfsburg29176662:3657
2.Hertha BSC Berlin29174843:3555
3.FC Bayern München29166759:3754
4.VfB Stuttgart29166752:3754
5.Hamburger SV29173942:4054
6.FC Schalke 0429147843:2749
7.Borussia Dortmund291213447:3349
8.1899 Hoffenheim29129854:4145
9.Bayer 04 Leverkusen291261150:3742
10.Werder Bremen291091055:4139
11.Eintracht Frankfurt29881336:4732
12.1. FC Köln29951531:4532
13.Hannover 9629881341:5932
14.VfL Bochum296101335:4728
15.Energie Cottbus29751726:5126
16.Arminia Bielefeld294131223:4225
17.Borussia Mönchengladbach29661735:5424
18.Karlsruher SC29641921:4622

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