Die skurrilsten Momente

Wer und was für Schlagzeilen sorgte.
In Europas Topligen ist die Saison 2008/09 vorbei. Für Manchester United, den FC Barcelona, Inter Mailand, den VfL Wolfsburg und Girondins Bordeaux ging damit ein Jahr der Triumphe zu Ende.

Doch nicht nur die Entscheidungen über den Meistertitel in England, Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich waren besondere Momente. Der Ligaalltag in den führenden Nationen des Kontinents sorgte auch durch kuriose Szenen auf und abseits des Platzes für Aufsehen.

ORF.at schaut noch einmal zurück auf einige der skurrilsten Augenblicke des abgelaufenen Spieljahres.

"Hose runter" bei Freistoßtor
©Bild: AP/Francesco Pecoraro
©Bild: AP/Francesco Pecoraro
Im November 2008 war Gianvito Plasmati in der italienischen Serie A als Fußballer mit den heruntergelassenen Hosen in aller Munde. Beim 3:2-Sieg von Catania gegen Torino hatte der 25-jährige Stürmer bei einem Freistoß seines Teamkollegen Giuseppe Mascara so den Torino-Keeper verwirrt und einen Treffer der Hausherren ermöglicht.

Drei Spieler der Sizilianer hatten hinter der Mauer der Torino-Spieler eine weitere Reihe gebildet, um dem Torhüter die Sicht zu verstellen.

Doch Matteo Sereni im Gehäuse der Gäste aus Turin, bei denen ÖFB-Teamspieler Jürgen Säumel auf der Bank saß, wurde noch zusätzlich irritiert: Kurz bevor Schütze Mascara zum Freistoß antrat, ließ sein Mannschaftskollege Plasmati die Hose bis zu den Knien herunter. Der Trick verfehlte nicht seine Wirkung, und der Ball zappelte wenig später im Netz, wie ein Video auf YouTube zeigt.

Starkicker als Lotteriegewinner
©Bild: AP/Victor R. Caivano
©Bild: AP/Victor R. Caivano
Mario Martinez Rubio wird das Jahr 2008 nicht so schnell vergessen. Zunächst gelang dem 23-Jährigen mit seinem Verein CD Numancia der Aufstieg in die spanische Primera Division, dann erzielte der Mittelfeldspieler am ersten Spieltag der neuen Saison höchstpersönlich das Siegestor gegen den FC Barcelona und schließlich gewann das Glückskind auch noch in der Weihnachtslotterie.

Martinez Rubio durfte sich als Gewinner der Ziehung zu den spanischen Festtagen gleich über 150.000 Euro freuen. Nach Medienberichten verdient der Numancia-Eigenbauspieler bei seinem Verein jährlich rund 200.000 Euro, doch für den Großverdiener im Vergleich zu "normalen" Berufen gab es auch einen Jackpot abseits des Fußballs.

"Ich spiele nie in der Lotterie außer zu Weihnachten, weil diese Ziehung wirklich außergewöhnlich spannend ist", konnte der Profi kaum fassen, wie gut es Fortuna mit ihm gemeint hatte. Kleiner Schönheitsfehler: Am Ende der Saison musste er mit Numancia wieder absteigen.

"Robinho, she said No"
Über den Klassenerhalt freuen durfte sich hingegen ein Aufsteiger in England: Stoke City schaffte als Zwölfter letztlich klar den Verbleib im Oberhaus.

Die Fans der "Potters" hatten aber nicht nur deshalb Grund zum Feiern. Die Stoke-Anhänger wurden zu den lautesten Zuschauern in der Premier League gewählt. Der Traditionsverein, der erstmals seit 23 Jahren wieder in der höchsten Spielklasse mit dabei war, hatte bei den Heimspielen im Britannia Stadium einen sensationellen Rückhalt hinter sich. "Proud to be loud", stand deshalb zu Recht auf Transparenten der stolzen Fans.

©Bild: Reuters/Darren Staples
©Bild: Reuters/Darren Staples
Für die Gegner hingegen wurden Reisen nach Stoke-on-Trent zu einer nicht sehr angenehmen Angelegenheit. Als Manchester City im Jänner 2009 mit Superstar Robinho zum Auswärtsspiel gastierte, bekam der Brasilianer, der kurz zuvor wegen eines schweren sexuellen Übergriffs von der Polizei vernommen worden war, in Sprechchören "Robinho, she said No" zu hören.

Der "nette Herr Lehmann" rastet aus
Jens Lehmann sorgte in der abgelaufenen Saison der deutschen Bundesliga gleich mehrmals für Kopfschütteln, Verwunderung und nicht gerade für positives Aufsehen.

Zunächst rückte der ehemalige deutsche Teamtorhüter dadurch in die Schlagzeilen, dass er einige Male mit dem Helikopter von seinem Haus am Starnberger See zum Training des VfB Stuttgart geflogen war.

©Bild: GEPA/Witters, Matthias Hangst
©Bild: GEPA/Witters, Matthias Hangst
Im Februar 2009 geriet der 39-Jährige dann beim Heimspiel gegen Hoffenheim unliebsam in den Mittelpunkt. Gästespieler Sejad Salihovic verlor seinen rechten Schuh, den sich der Stuttgart-Keeper schnappte und ihn auf das Tornetz warf, wie auch ein Video auf YouTube zeigt.

Nur wenige Tage zuvor hatte Lehmann beim UEFA-Cup-Spiel in St. Petersburg seinem Mitspieler Khalid Boulahrouz wütend das Stirnband vom Kopf gerissen.

Ibertsberger und der Dopingalarm
Auch ein österreichischer Nationalspieler beschäftigte in der deutschen Bundesliga für einige Zeit aus einem wenig erfreulichen Grund die Berichterstattung.

©Bild: GEPA/Thomas Bachun
©Bild: GEPA/Thomas Bachun
Andreas Ibertsberger und sein Hoffenheim-Vereinskollege Christoph Janker waren am 7. Februar 2009 nicht wie vorgeschrieben unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie gegen Borussia Mönchengladbach zur Dopingkontrolle erschienen. Ursprünglich schien durch die nur zehnminütige Verspätung im Extremfall sogar eine Sperre von einem Jahr möglich, letztlich stellte der DFB-Kontrollausschuss aber das Verfahren gegen die beiden Spieler ein.

Die Ankläger hatten wegen der fehlenden Information durch den Dopingbeauftragten des Vereins kein schuldhaftes Verhalten des Salzburgers und von Janker gesehen. 1899 Hoffenheim wurde jedoch zu einer Geldstrafe von 75.000 Euro verurteilt.

Ausschluss nach Beleidigung durch "Fan"
In der französischen Ligue 1 sorgte im Februar 2009 ein Fanatiker von AC Le Havre für einen Skandal und einen kuriosen Ausschluss.

Der Zuschauer hatte bei der 1:3-Niederlage gegen Olympique Lyon den gegnerischen Abwehrspieler John Mensah während des Aufwärmens und der gesamten ersten Hälfte mit rassistischen Äußerungen verbal beleidigt. In der 55. Minute griff schließlich die Polizei ein und nahm den Mann fest.

©Bild: GEPA/Panoramic
©Bild: GEPA/Panoramic
Aber auch für den Verteidiger aus Ghana blieb der Zwischenfall nicht ohne Folgen, denn er sah in der 70. Minute die Gelb-Rote Karte. "John war schockiert, er hat einige skandalöse Worte gehört", sagte Lyon-Coach Claude Puel. "Es war mein Fehler, dass ich ihn nicht schon vorher ausgetauscht habe."

Christian Tragschitz, ORF.at

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