Der Renault-Teamchef, der in der Formel 1 in dieser Saison dem Erfolg noch verzweifelt nachläuft, hat beim Londoner Traditionsverein am Mittwoch für den siebenten Trainerwechsel in nicht einmal zwei Jahren gesorgt.
Der millionenschwere Einstieg
Der 59-jährige Italiener hatte sich im August 2007 gemeinsam mit Bernie Ecclestone durch die Übernahme von QPR auch im Fußball engagiert.
Die beiden Motorsport-Zampanos hatten sich vor zwei Jahren bei den Rangers eingekauft und die gesamten Schulden in Höhe von etwa 19,2 Millionen Euro auf sich genommen. Dafür übernahm das Duo 69 Prozent der Vereinsanteile (15 Prozent für Ecclestone und 54 Prozent für Briatore).
Rückkehr ins Oberhaus als großes Ziel
Zudem sicherten sie sich über ihre neu gegründete Gesellschaft Sarita Capital Investment Aktien im Wert von knapp 1,5 Millionen Euro.
Damit die 1996 aus dem Oberhaus abgestiegenen Queens Park Rangers auf den Aufstieg in die Premier League hoffen konnten, erklärten sich die neuen Eigentümer zudem zu weiteren Millioneninvestitionen bereit, um Neuverpflichtungen tätigen zu können.
![]() |
| ©Bild: AP/Manish Swarup |
Ein QPR-Trainer bekommt keine Zeit
Der damalige QPR-Trainer John Gregory hatte sich bei der Präsentation noch hoffnungsfroh und optimistisch gegeben: "Die Investoren können wirklich helfen, den Club voranzubringen, aber wie immer benötigt das Zeit. Wir können das nicht über Nacht schaffen."
Zeit aber bekommt ein Trainer im Fußball nur selten und unter Briatore schon gar nicht. Mittlerweile hat der Vorsitzende schon ein halbes Dutzend Betreuer verbraucht und mit Jim Magilton nun Nummer sieben unter Vertrag genommen.
Nur Platz elf in der abgelaufenen Saison
Nach Gregory waren auch Mick Harford, Luigi de Canio, Iain Dowie, Paulo Sousa und Gareth Ainsworth an der Mission Rückkehr ins Oberhaus gescheitert.
Nun soll das unter dem ehemaligen nordirischen Teamstürmer Magilton geschafft werden. In der kürzlich abgelaufenen Saison belegte QPR in der League Championship (der zweithöchsten Spielklasse) nur den elften Platz und verpasste damit dieses Ziel einmal mehr letztlich deutlich.
Briatore lässt keinen Job aus
Zieht man das "normale" Leben von Briatore in Betracht, dann kommt der gewaltige Verschleiß auf dem Trainersektor nur wenig überraschend.
Der Sohn eines Lehrerehepaares hatte auch beruflich fast alles ausprobiert. Zunächst hatte er eine Ausbildung als Landvermesser absolviert und dann in vielen Gelegenheitsjobs (u. a. als Skilehrer) gearbeitet. Später war er Besitzer eines Restaurants, das aber wieder schließen musste, danach war er als Versicherungsagent tätig und begann schließlich eine Karriere als Unternehmer.
Über die Mailänder Börse lernte er Luciano Benetton kennen. Mit einigen Investments geriet Briatore aber zunehmend in Schwierigkeiten mit der italienischen Justiz und wurde zu diversen Haftstrafen verurteilt. Nur ein längerer Auslandsaufenthalt in der Karibik sowie eine Amnestie halfen ihm, einer Haftstrafe zu entgehen und straffrei nach Italien zurückzukehren.
Der bzw. die Nächste bitte
Dort wurde er schnell zum Manager des Benetton-Teams in der Formel 1, mit dem er in der Folge äußerst erfolgreich war.
Als Betreiber der exklusiven Diskothek "Billionaires Club" (Club der Milliardäre) rückte Briatore aber auch durch sein ausschweifendes Leben mit weit jüngeren Frauen wie Heidi Klum und Naomi Campbell ins Blicklicht der Öffentlichkeit.
![]() |
| ©Bild: AP/Laurent Emmanuel |
Mit Neo-Coach Magilton soll endlich der Traum von der Premier League wahr werden. "Es gab viele Kandidaten, aber Jim war mit Abstand der beste Mann für diese Aufgabe", streute Briatore dem neuen Trainer Rosen.
Dieser weiß, was auf ihn zukommt. "Der Vorstand hat hohe Ambitionen, ist aber realistisch. Unser Ziel ist eine Verbesserung und das wollen wir gemeinsam erreichen", sagte der 40-Jährige. Ob er wirklich die nötige Zeit dafür bekommt?
Links:

