Nocentini in Gelb in den Ruhetag

Pierrick Fedrigo sorgte für den dritten Etappensieg Frankreichs.
Das Starensemble von Astana hält die 96. Tour de France weiter im Würgegriff: Angeführt von den beiden Kapitänen Alberto Contador und Lance Armstrong, die am zweiten Tour-Wochenende ihren Zwist auch abseits der Strecke fortsetzten, dominiert das Team die Rundfahrt nach Belieben.

Aufgrund seiner Dominanz war das Astana-Team indirekt auch dafür verantwortlich, dass der Italiener Rinaldo Nocentini sein Gelbes Trikot nach der dreitägigen Pyrenäen-Episode in den ersten Ruhetag retten durfte.

Etappensieg für Fedrigo
Denn 24 Stunden nach dem Erfolg des Spaniers Luis Leon Sanchez entschied der Franzose Pierrick Fedrigo die neunte Etappe, bei der 80 Kilometer vor dem Ziel als letzter Anstieg der Klassiker Tourmalet zu bewältigen war, erneut aus einer Fluchtgruppe für sich und feierte den dritten Tagessieg der Gastgeber.

Der Fahrer vom Team Bouygues Telekom verwies am Sonntag in Tarbes nach 160,5 Kilometern seinen italienischen Ausreißerkollegen Franco Pellizotti auf den zweiten Platz. Das Astana-Team hielt sich vornehm zurück. Die ÖRV-Profis Peter Wrolich (131.) und Bernhard Eisel (135.) erreichten das Ziel nach getaner Arbeit hinter dem Peloton mit 25 Minuten Rückstand.

Paarlauf über den Tourmalet
Zuvor hatte das Spitzenduo schon den 2.115 Meter hohen Tourmalet fünf Minuten vor den Favoriten überquert und sich auf den restlichen 75 Kilometern mit aller Macht gegen die Verfolger gestemmt. Rückenwind half ihnen.

Nach 140 Kilometer Alleinfahrt retteten sie noch eine gute halbe Minute ins Ziel. Das von Oscar Freire (Spanien) angeführte Hauptfeld passierte die Ziellinie 34 Sekunden später, bevor es für die Teams am Abend mit dem Flugzeug nach Limoges ging.

Sekundenkrimi an der Spitze
An der Spitze der Gesamtwertung geht der Sekundenpoker vor dem ersten Ruhetag weiter: Nocentini führt mit sechs Sekunden vor Contador, der die Astana-Hierarchie am Freitag zu seinen Gunsten entschieden hatte, und acht Sekunden vor dem siebenfachen Rekordsieger Armstrong.

Auch wenn das Astana-Team mit den Konkurrenten Katz und Maus spielt, hängt der Haussegen schief: Contador und Armstrong sind sich in tiefer Abneigung verbunden, ein Riss geht durch die Mannschaft, die sich laut "L'Equipe" im "instabilen Gleichgewicht" befindet.

Zwist im Mannschaftsbus
Nach Contadors Attacke vom Freitag, bei der er Armstrong 21 Sekunden abnahm und den Chefsessel im Team besetzte, krachte es im Mannschaftsbus. "Was im Bus gesagt wurde, bleibt im Bus", meinte Teamchef Johan Bruyneel, dem es nur schwer gelingt, die Wogen zu glätten.

Armstrong versuchte, die Fehde kleinzureden: "Selbst wenn es verletzte Gefühle geben sollte, werden wir unseren Job machen." Für Contador, Tour-Sieger von 2007, ist die Angelegenheit ohnehin erledigt: "Langsam habe ich keine Lust mehr, über die Kapitänsfrage bei Astana zu sprechen. Lasst uns einfach sehen, was die nächsten Tage bringen."

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