Wer fährt in Monza?

Am Mittwoch soll angeblich die Entscheidung fallen.
Ein Platz im Cockpit von Ferrari - was für viele Rennfahrer ein Leben lang ein unerfüllter Traum bleibt, wird für einen Piloten in nicht ganz zwei Wochen beim Grand Prix von Italien in Monza Wirklichkeit.

Nach den blamablen Vorstellungen von Luca Badoer - der Ersatzmann für den verletzten Felipe Massa zierte in Valencia und Spa abgeschlagen das Ende des Feldes - ist man bei Ferrari vor dem prestigeträchtigen Heimrennen auf Fahrersuche.

Die Entscheidung, wer neben Spa-Sieger Kimi Räikkönen ins Rennen geht, soll bis Mittwoch fallen, hatte Teamchef Stefano Domenicali nach dem Grand Prix von Belgien erklärt.

Poleposition für Kubica
Zwar ist Badoer seinen Job offiziell noch nicht los, doch um den Nachfolger wird in den Medien schon fleißig spekuliert.

Gute Karten dürfte BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica haben. "Jetzt ist Kubica in der Pole", titelte etwa die "Gazzetta dello Sport" am Dienstag. Laut BMW ist der Wechsel des Polen zwar kein Thema, aber unmöglich scheint die Sache nicht zu sein, steigt der deutsche Automobil-Hersteller doch Ende der Saison aus der Formel 1 aus.

Abschiedsgeschenk für Fisichella?
Eine andere Variante wäre die Verpflichtung von Giancarlo Fisichella. Der 36-jährige Italiener könnte für die letzten fünf Saisonrennen von Force India zu Ferrari wechseln und dann seine Karriere beenden. "Fisichella glaubt daran: Ferrari und dann der Abschied", so "Tuttosport".

Doch auch bei dieser Version spielen nicht alle Beteiligten mit. Force-India-Boss Vijay Mallya machte nach dem sensationellen zweiten Platz von Fisichella in Spa klar, wer im Team das Sagen hat. Nachdem Marketingdirektor Ian Philipps die Spekulationen über einen Wechsel Fisichellas angeheizt hatte, erklärte der Inder: "Seine Kommentare sollten ignoriert werden."

Laut Mallya hat "Fisichella selbst klargestellt, dass er bisher noch kein Angebot von Ferrari erhalten hat". Der Italiener hatte bereits unmittelbar nach dem Belgien-Grand-Prix gesagt, dass er auch in Monza für Force India fahren werde.

Neue Chance für Klien
Sollte also Kubica zum Zug kommen, dann würde davon auch Christian Klien profitieren. Der Vorarlberger würde als BMW-Ersatzpilot ins Renncockpit aufrücken.

Damit wäre Österreich erstmals seit dem 7. Oktober 2007 in Schanghai (letzter Grand Prix von Alexander Wurz) wieder bei einem Formel-1-Rennen mit einem Piloten vertreten.

Und wie geht es 2010 weiter?
Egal, wer in Monza den "Zuschlag" erhält, ein Ferrari-Cockpit für kommende Saison ist für ihn jedenfalls kein Thema. Der wiedererstarkte Räikkönen und Massa, der heuer definitiv nicht mehr fährt, haben gültige Verträge für 2010.

Außerdem soll nach Medienberichten der Wechsel von Ex-Weltmeister Fernando Alonso von Renault zu Ferrari bereits abgemachte Sache sein.

Dazu kommt, dass man sich bei der Scuderia immer noch die Rückkehr von Michael Schumacher wünscht. Dafür wäre freilich ein dritter Rennwagen und damit eine grundlegende Änderung des FIA-Reglements notwendig.

Für Spannung in der Ferrari-Frage ist also noch einige Zeit gesorgt.

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