Die Rückkehr des Roman W.

"Ich habe es gelernt durchzuhalten."
Er ist durch fast alle Tiefen eines Fußballerlebens gegangen, mit dem LASK ist Roman Wallner nun wieder obenauf.

Mit sieben Toren in den ersten acht Runden führt der 27-jährige Stürmer die Torschützenliste der tipp3-Bundesliga an, den 3:1-Sieg gegen Schlusslicht Austria Kärnten hat Wallner am Mittwoch mit drei Treffern im Alleingang erledigt.

"Es läuft einfach unglaublich gut. Dafür gibt es nicht immer eine bestimmte Erklärung", sagte der Grazer über seinen Erfolgslauf.

LASK wurde für Geduld belohnt
Entscheidend seien das Vertrauen und die Geduld, die ihm der LASK seit seiner Rückkehr nach Österreich im vergangenen Winter entgegengebracht habe.

"Es war klar, dass es nicht von heute auf morgen geht", so Wallner. "Ich habe davor eineinhalb Jahre praktisch nichts gespielt." Genau sieben Pflichtspiele waren es bei vier glücklosen Auslandsengagements in Schottland und Griechenland gewesen, die das einstige Supertalent absolviert hatte.

Hoffnung nie verloren
Wallner hatte aber auch in dieser schwierigen Phase nicht an sich gezweifelt. "Ich habe es gelernt durchzuhalten. Fußball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft", sagte der Steirer. "Ich habe gewusst, dass es irgendwann wieder aufwärts geht."

Genugtuung gegenüber seinen Kritikern verspürt Wallner, einst als Jungstar bei Sturm Graz und Rapid gefeiert und später hauptsächlich wegen seiner Eskapaden in den Schlagzeilen, laut eigenen Angaben nicht.

Sein Talent würde er verschleudern, war ihm vorgeworfen worden, die Karriere war ins Stocken geraten. "Ich bin selbst für das alles verantwortlich", gestand Wallner. Die Zeitungen habe er zwar nie gelesen. "Wenn es gut läuft, tut man sich aber natürlich leichter, ehrlich zu sein."

In Linz durchgestartet
2004 war der Hoffnungsträger von Rapid nach Hannover gewechselt, um nach einem glücklosen Jahr in Deutschland über die Admira zum Erzrivalen Austria zurückzukehren. Danach folgte der zweite unglückliche Abstecher ins Ausland.

Beim LASK gelang ihm dann endlich der Start in die zweite erfolgreiche Karriere. Schon Klaus Lindenberger und Hans Krankl hatten seit dem Winter auf ihn gesetzt, unter Neo-Trainer Matthias Hamann stieg Wallner zum Führungsspieler auf.

Sieben Tore hatte im Vorjahr auch der spätere Schützenkönig Marc Janko zu diesem Zeitpunkt auf seinem Konto gehabt. Vieles spiele sich im Kopf ab, so Wallner. "Selbstvertrauen ist ein wichtiger Faktor. Es ist die Leichtigkeit, die man sonst oft nicht hat. Man denkt vor dem Tor nicht nach."

Auch im ÖFB-Team wieder ein Thema
Selbst im Nationalteam spielt Wallner wieder eine Rolle. Gegen Färöer (3:1) und in Rumänien (1:1) war der 27-Jährige von Teamchef Dietmar Constantini jeweils eingewechselt worden.

"Er hat mir dadurch wieder die Möglichkeit gegeben, einen Schritt vorwärts zu machen", sagte Wallner, der nach 25 Länderspielen und fünf Toren auch auf einen Platz im Kader für die abschließenden WM-Qualispiele am 10. Oktober gegen Litauen und am 14. Oktober in Frankreich hofft.

"Ich mache mir da aber keinen Druck. Ich kann mich sowieso nur über Leistungen im Club empfehlen", erklärte Wallner, der zuletzt als Ersatz für den verletzten Rubin Okotie nachnominiert worden war.

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