Nicht das erste Mal

Schiedsrichter bemerkte Torverkleinerung knapp vor der Pause.
Kim Christensen steht in Schweden seit Mittwoch am Pranger der sportinteressierten Öffentlichkeit. Der dänische Goalie von Tabellenführer IFK Göteborg wurde beim Auswärtsspiel gegen Örebrö auf frischer Tat beim Schummeln erwischt und muss sich nun auf eine Sperre bzw. eine saftige Geldstrafe gefasst machen.

Christensen machte sich unmittelbar vor Anpfiff offenbar selbstverständlich und vermeintlich unauffällig an den Torpfosten zu schaffen und verrückte diese mit dem Fuß auf beiden Seiten um einige Zentimeter nach innen. Diese Aktion gibt es auch als Video auf YouTube zu sehen.

"Von Zeit zu Zeit gemacht"
Der Übeltäter gab später unumwunden zu, dass er dies auf verschiedenen Plätzen schon mehrmals gemacht hatte. "Ich habe den Tipp vor ein paar Jahren von einem Freund bekommen. In manchen Stadien sind die Torstangen nicht fix im Rasen verankert", so Christensen. "Also habe ich das seither von Zeit zu Zeit gemacht."

Erst wenige Minuten vor der Halbzeit in Örebrö wurde Schiedsrichter Stefan Johansson auf das verkleinerte Tor aufmerksam, ohne jedoch Christensen damit in Verbindung zu bringen. Der war nur von den TV-Kameras entlarvt worden. "Wenn ich ihn dabei gesehen hätte, wäre er nicht ohne eine Gelbe Karte davongekommen", sagte der Referee nach dem Spiel.

Untersuchung des Verbandes eingeleitet
Das wäre laut Dag Wikman, Vertreter des schwedischen Verbandsdisziplinarkomitees, aber bei weitem nicht genug gewesen: "Wenn der Schiedsrichter den Vorfall beobachtet hätte, wäre Elfmeter für Örebrö die richtige Entscheidung gewesen." Der Vorsitzende Kenneth Thallinger meinte außerdem: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist wohl einzigartig."

Die entsprechenden Videosequenzen und Berichte des Unparteiischen werden nun untersucht, ohne Strafe wird Christensen aber sicher nicht davonkommen. Zumal sich Schuldbewusstsein und Einsicht in überschaubaren Grenzen halten: "Es ist nicht mein Fehler, wenn die Pfosten nicht verankert sind", sagte der Goalie unverfroren. "Das liegt an Örebro, und dann müssen eben auch die Schiedsrichter aufmerksamer sein."

IFK führt in der schwedischen Meisterschaft wenige Runden vor Schluss übrigens nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem punktegleichen Verfolger AIK Solna.

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