Auch bei den Herren war nur Vierfachsieger Hermann Maier erfolgreicher, vor Schwimm-Ass Jukic liegen also nur Wintersportler.
Senkrechtstarterin vor sieben Jahren
Wie ihre anderen beiden Ehrungen hat sich die gebürtige Kroatin auch diese redlich verdient, freilich kamen alle drei unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen zustande.
So war die seit jeher von ihrem Vater Zeljko Jukic gecoachte Vollblutsportlerin vor sieben Jahren 16-jährig als Senkrechtstarterin erst so richtig in die internationale Elite vorgestoßen, indem sie über 200 m Brust Kurzbahn-WM-Bronze und Langbahn-EM-Gold holte.
Erfolgreiches Comeback
In der Saison 2008 hatte sie mit Europarekorden über 100 und 200 m Brust, je drei Langbahn-EM-Medaillen und Kurzbahn-WM-Finalteilnahmen sowie als Krönung dem langerwarteten Olympiabronze ihr nicht erwartetes Comeback nach der 2006 erfolgten Erkrankung an Pfeiffer'schem Drüsenfieber gekrönt.
Heuer hatte Jukic diese Leistungen mit weiteren Europarekorden und ihrem zweiten Langbahn-WM-Bronze bestätigt, was vielleicht noch schwieriger war.
1999 nach Österreich
1999 war die nunmehrige Studentin der Publizistik und Kommunikationswissenschaften mit ihrer Familie nach Österreich gekommen, im Jahr darauf schwamm sie bereits für Rot-Weiß-Rot.
Ständiger Wegbegleiter und Stütze in guten wie in schwierigen Zeiten waren in Wien neben dem Vater auch der heute 20-jährige Bruder Dinko sowie ihre in Kroatien arbeitende Mutter Mirela. Und mittlerweile ist das auch Jürgen Melzer.
Privatleben statt Karriere?
Österreichs führender Tennisspieler und die erfolgreichste Schwimmerin des Landes hatten sich bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking näher angefreundet, vergangene Woche saß sie in der Wiener Stadthalle bei der Bank-Austria-Trophy bei allen Spielen Melzers auf dem Weg zum Turniersieg in seiner Loge.
Diese Beziehung mag auch dabei mitspielen, dass sich Jukic derzeit ernsthaft mit ihrem Karriereende befasst, auch wenn sie sicher nicht "Spielerfrau" werden will.
"Mit Verstand entscheiden"
Es könnte also sein, dass Jukics diesmaliger Auftritt bei der Kür zur Sportlerin des Jahres ihr letzter großer als Aktive war, ihre diesbezügliche Entscheidung will sie um den Jahreswechsel bekanntgeben. Es wird keine des Herzens, sondern eine der Vernunft sein.
"Sicher gibt es immer eine Tendenz, aber entscheiden muss ich auf jeden Fall mit dem Verstand", meinte Jukic vor einigen Tagen. "Da kann es dann auch sein, dass diese Entscheidung momentan wehtut."
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