Rückfall auf Rang sieben

Chelsea führt fünf Punkte vor Arsenal und Manchester United.
Liverpool kommt in dieser Saison einfach nicht in Schwung. Der englische Rekordmeister, der in der Champions League gehörig um den Aufstieg ins Achtelfinale zittern muss, hat am Montagabend auch in der Premier League einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen.

Die "Reds" kamen im Heimspiel gegen Birmingham City nicht über ein 2:2 hinaus und haben nach zwölf Runden als Tabellensiebente bereits elf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea.

Fragwürdiger Elfer zum Ausgleich
David Ngog (13.) brachte Liverpool an der Anfield Road zwar programmgemäß in Führung, die Gäste konterten aber durch Treffer von Christian Benitez (26.) und Cameron Jerome (45.). Durch einen - allerdings äußerst fragwürdigen - Foulelfmeter gelang dem eingewechselten Steven Gerrard in der 71. Minute immerhin noch der Ausgleich.

Ngog war im Zweikampf mit Lee Carsley gefallen, ohne dass ihn dieser berührt hatte. Selbst Liverpool-Trainer Rafael Benitez gab zu, dass es "möglicherweise" kein Foul war, sagte aber: "Wir hätten dennoch den Sieg verdient gehabt."

Mit dem Remis vermied Liverpool die siebente Niederlage in den letzten neun Pflichtspielen (bei nur einem einzigen Sieg, einem 2:0 gegen Manchester United am 25. Oktober).

Chelsea setzt sich ab
Chelsea entschied am Sonntag den Schlager gegen Manchester United mit 1:0 für sich und baute den Vorsprung der "Blues" in der Tabelle aus. Kapitän John Terry erzielte an der Stamford Bridge in der 76. Minute per Kopf nach Freistoß von Frank Lampard das umjubelte Siegestor.

Die "Red Devils", die dreimal in Folge den Meistertitel einfahren konnten, fielen auf den dritten Platz zurück und liegen bereits fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter.

Im 35. Match der Erzrivalen seit Bestehen der Premier League schraubte Chelsea die Bilanz auf elf Siege gegenüber zehn für ManU, das auch die achte Saison in Folge in London nicht gewinnen konnte.

Offener Schlagabtausch
In einem abwechslungsreichen, wenn auch nicht hochklassigen Match hatten zunächst beide Mannschaften gute Möglichkeiten. United-Stürmer Wayne Rooney verpasste aus spitzem Winkel (11.), sein Gegenüber Nicoals Anleka scheiterte an ManU-Keeper Edwin van der Sar (32.). Die Gäste ließen sich von den stark verteidigenden "Red Devils" allerdings manches Mal den Schneid abkaufen.

In der zweiten Hälfte verwandelte sich die Partie dann zum offenen Schlagabtausch. Abwehrchef Terry versenkte schließlich einen von Lampard getretenen Freistoß im Manchester-Tor (76.) und verdarb Trainer Sir Alex Ferguson das am Freitag begangene 23-jährige Dienstjubiläum.

Premiere für Terry
"Ich wollte das Tor unbedingt, weil ich noch nie gegen Manchester United getroffen habe", freute sich Terry. "Wir haben heute gemacht, was getan werden musste", so Chelsea-Coach Carlo Ancelotti. "Wir haben einen sehr guten, wenn nicht den besten Gegner geschlagen und liegen nun fünf Punkte voran."

Ferguson ärgerte sich vor allem über den Freistoßpfiff vor dem entscheidenden Tor. "Es war eine schlechte Entscheidung, aber wir können nichts dagegen tun", sagte der 67-Jährige, dem wegen Schiedsrichterkritik Anfang Oktober bereits Sanktionen durch den Englischen Fußballverband (FA) drohen. "Darren Fletcher gewann eindeutig den Zweikampf, und beim Kopfballtor behinderte Didier Drogba Wes Brown im Strafraum."

"Wolves" treffen falsches Tor
Neuer erster Verfolger von Chelsea ist Lokalrivale Arsenal, das es in elf Spielen bereits auf 36 Treffer brachte. Den letzten Zuwachs erhielt das Torkonto der Wenger-Elf am Samstag beim 4:1-Auswärtssieg gegen Wolverhampton, auch wenn die "Wolves"-Verteidigung dabei kräftig mithalf.

Arsenal startete im Molineux Stadium zunächst schwach, doch Eigentore von Ronald Zubar (28.) und Jody Craddock, der nach einem Konter einen Heber von Eduardo mit dem Kopf ins eigene Tor lenkte (36.), brachten die 2:0-Führung.

Ein Treffer von "Gunners"-Kapitän Cesc Fabregas (45.) sorgte schließlich noch vor dem Wechsel für klare Verhältnisse. Andrej Arschawin erhöhte auf 4:0 (66.), Craddock gelang kurz vor Schluss per Kopf noch der Ehrentreffer (89.). ÖFB-Stürmer Stefan Maierhofer saß bei Wolverhampton nur auf der Ersatzbank.

Scharner mit Wigan nur 1:1
Kein Erfolgerlebnis war am Sonntag Wigan-Legionär Paul Scharner beschert. Der ÖFB-Teamkapitän spielte beim 1:1 gegen Stoke City zwar durch, die "Latics" mussten aber Everton, das bei West Ham 2:1 gewann, in der Tabelle vorbeiziehen lassen und liegen nun auf dem 13. Rang.

Wigan war bereits in der 13. Minute durch Emmerson Boyce nach Kopfballvorarbeit von Scharner in Führung gegangen. Clint Dempsey gelang aber noch vor der Pause (39.) per Elfmeter der Ausgleich für die Gäste.

Premier League

Samstag:
Aston VillaBolton5:1
BlackburnPortsmouth3:1
Manchester CityBurnley3:3
TottenhamSunderland2:0
WolverhamptonArsenal1:4

Sonntag:
HullStoke2:1
West HamEverton1:2
WiganFulham1:1
ChelseaManchester United1:0

Montag:
LiverpoolBirmingham2:2

Tabelle:
1.Chelsea12100229:830
2.Arsenal1181236:1425
3.Manchester United1281323:1225
4.Tottenham Hotspur1271423:1722
5.Aston Villa1263320:1221
6.Manchester City1155121:1420
7.Liverpool1261527:1819
8.Sunderland1252520:1917
9.Stoke City1244412:1516
10.Burnley1251615:2516
11.Fulham1143414:1415
12.Everton1143415:1715
13.Wigan Athletic1242613:2214
14.Blackburn Rovers1141614:2513
15.Birmingham City1233610:1412
16.Bolton Wanderers1132615:2411
17.Hull City1232710:2511
18.West Ham United1214716:2010
19.Wolverhampton Wanderers1224612:2110
20.Portsmouth1221910:187

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