Im Nationalrat beschlossen

Zum Schutz der Stadienbesucher.
Bengalische Feuer werden aus Österreichs Fußballstadien verbannt. Der Nationalrat beschloss am Donnerstag ein entsprechendes Verbot für Sportgroßveranstaltungen. Auch Feuerwerkskörper und andere pyrotechnische Gegenstände sind davon betroffen.

Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) begründete die Maßnahme mit dem Schutz der Stadionbesucher. Die Opposition lehnte die Vorlage ab, vor allem das BZÖ verwies auf die Bedeutung der Fankultur.

"2.000 Grad können ins Auge gehen"
Fekter konnte mit diesen Argumenten wenig anfangen. Die Innenministerin verwies auf eine Gefährdung speziell durch bengalische Feuer, die zu schwersten Verbrennungen führen könnten: "2.000 Grad können ins Auge gehen."

So könnte es auch den Fans, die sich für bengalische Feuer einsetzten, unter Umständen passieren, so schwere Verletzungen davonzutragen, dass sie nicht mehr in der Lage seien, die Spiele ihrere Lieblingsvereine zu besuchen. "Ein glühender Fan braucht keine brennenden Knaller", so die Ministerin.

Übertretungen mit Verletzungsfolgen
ÖVP-Sicherheitssprecher Günther Kößl verwies darauf, dass es im vergangenen Monat 300 Übertretungen in diesem Bereich gegeben habe, davon zahlreiche mit Verletzungsfolgen.

SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl meinte, dass es hoch an der Zeit sei, die seit 25 Jahren geltenden gesetzlichen Regelungen der heutigen Zeit anzupassen: "Schauen wir uns an, wie die Welt 1974 ausgesehen hat." Wer gegen das Gesetz sei, dem sei die Sicherheit der Menschen "wurscht". Priorität habe für ihn, dass auch Familien mit Kindern in Stadien gehen könnten.

Choreographie abseits der Tribüne möglich
Scharfe Kritik an der Neuregelung kam von BZÖ-Sicherheitssprecher Peter Westenthaler. Er fand es "unglaublich", dass versucht werde, junge Menschen zu kriminalisieren. Der Einsatz solcher Artikel müsse geordnet in entsprechenden Zonen ohne Gefährdung anderer möglich gemacht werden.

Der grüne Sportsprecher Dieter Brosz zeigte sich erfreut darüber, dass durch einen Abänderungsantrag Fanchoreographien abseits der Tribünen ermöglicht würden. Zustimmung der Grünen gab es insgesamt trotzdem nicht.

Hohe Geldstrafen bei Verstößen
Bei Zuwiderhandeln gegen die neuen Pyrotechnikregelungen sind hohe Geldstrafen - im Extremfall mehrere tausend Euro - vorgesehen.

Das Gesetz sieht zudem die Übermittlung von Personendaten an den ÖFB und die Bundesliga bei einer rechtskräftigen Bestrafung wegen einer Übertretung des Pyrotechnikverbots vor. Auch die Weitergabe der Daten von Hooligans wird erlaubt, um die Verhängung von Stadionverboten zu erleichtern.

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