"Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende", sagte der 32-Jährige dem italienischen Fernsehsender RAI 3. Seit Wochen stimmt die Chemie zwischen Toni und Van Gaal nicht, weil sich der Italiener vom Niederländer nicht genügend gewürdigt fühlt.
Heimweh nach Italien
"Ich würde gerne nach Italien zurückkehren, um die Tore zu schießen, die mich in die Nationalmannschaft zurückbringen. Von den derzeit aktiven Stürmern bin ich immer noch derjenige, der die meisten Tore in der Nationalelf geschossen hat", zitierte die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" den italienischen Stürmer am Dienstag.
Seit Monaten wird über einen Transfer Tonis in der Winterpause spekuliert, zumal der Italiener unter Van Gaal seinen Stammplatz verloren hatte.
Gomez hat die besseren Karten
Anstelle von Toni durfte zuletzt wieder Mario Gomez im Sturmzentrum spielen, der beim 1:1 im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen die Führung erzielte.
Im Bayerischen Fernsehen betonte Manager Uli Hoeneß, dass Gomez eine Investition für die Zukunft sei, weil dieser deutlich jünger als der Italiener ist. Dennoch könne man nicht sagen, "lieber Luca, jetzt haben wir den Mario Gomez, jetzt schleich Dich nach Italien", betonte der Manager.
Der Riss geht tief
Aus Enttäuschung über seine Auswechslung zur Halbzeitpause im Bundesliga-Spiel vor zweieinhalb Wochen gegen Schalke 04 hatte Toni vorzeitig das Stadion verlassen und war von den Bayern mit einer Geldstrafe belegt worden.
In der Liga kam der anfänglich verletzte Angreifer in dieser Saison überhaupt erst viermal zum Einsatz. Am vergangenen Sonntag gegen Leverkusen war Toni von Coach Van Gaal gar nicht in den Kader berufen worden - laut Verein fehlte er wegen einer Leistenzerrung.
Van Gaal (noch) nicht auf dem Schleudersitz
Unterdessen hat Hoeneß dem umstrittenen Trainer vor dem Champions-League-Spiel gegen Maccabi Haifa am Mittwoch eine Jobgarantie gegeben.
"Wir haben ihm unsere volle Unterstützung zugesagt für die nächsten Wochen. Wir haben gesagt, dass wir in aller Ruhe gemeinsam versuchen werden, diese Probleme zu lösen", sagte der Manager am Montagabend im Bayerischen Fernsehen. Man wolle gemeinsam daran arbeiten, die Verunsicherung zu beenden. Die "teilweise Angst auf dem Platz, das mangelnde Selbstvertrauen", solle bekämpft und verbessert werden.
Bei der wöchentlichen Vorstandssitzung zusammen mit dem niederländischen Coach sei die Situation in Ruhe analysiert worden, ein Trainerrauswurf intern überhaupt nicht diskutiert worden, betonte der Manager, der am Freitag aus dem Amt ausscheidet und neuer Präsident des Rekordmeisters wird.
"Dann bricht alles zusammen"
Auch der scheidende Präsident Franz Beckenbauer mahnte vor dem ersten Alles-oder-nichts-Spiel der Münchner in der Königsklasse zur Ruhe. "Wenn der Vorstand anfängt, an dem Trainer zu zweifeln, dann bricht alles zusammen", sagte der "Kaiser".
"Wir haben ihn geholt mit dem guten Gewissen und Glauben, dass er der Richtige ist. Er hat im Moment die Form noch nicht so richtig gefunden. Er ist noch auf der Suche."
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