Die Schweizer Bundesanwaltschaft bestätigte am Dienstag, dass zwei Verdächtige festgenommen wurden. Die kroatische Polizei griff bereits am Montag an der Grenze einen Slowenen auf, der mit einem in Deutschland ausgestellten Haftbefehl gesucht wurde. In Deutschland sitzen bereits 15 Verdächtige in Untersuchungshaft.
Nur wenige Details sickern durch
Über Namen von Vereinen oder Spielern im Zentrum der Ermittlungen hüllt sich die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum weiter in Schweigen. So ist auch noch nichts über die elf in Österreich betroffenen Partien bekannt.
Nur über Anwälte von Verdächtigen sickern einige Details durch. So sollen in Deutschland Spiele des Regionalligisten SC Verl unter Manipulationsverdacht stehen, der Club suspendierte am Dienstag zwei Spieler.
In der Schweiz stehen Spiele der Zweitligisten FC Gossau und FC Thun unter Verdacht. Zwei Profis wurden bereits suspendiert. Die Spieler aus Thun müssen auf Verlangen der Vereinsführung in schriftlichen Erklärungen versichern, dass sie nichts mit Spielmanipulationen zu tun haben.
In Deutschland hatte das zuvor der SSV Ulm, der jegliche Verstrickung in den Skandal zurückweist, von seinen Lizenzspielern gefordert.
Wettverbot für deutsche Spieler
In den Musterverträgen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist ein Wettverbot seit dem Bestechungsskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer 2005 klar geregelt.
Von der Bundesliga bis zu den Regionalligen haben alle Profis unterschrieben, dass sie weder selbst noch durch Dritte auf Partien ihrer Spielklassen wetten.
Auch Griechenland betroffen?
Die Ermittler haben 200 Fußballspiele in neun europäischen Ländern auf dem Radar, darunter auch elf Spiele in Österreich. Möglicherweise sind aber noch mehr Verbände betroffen.
Nach griechischen Medienberichten hat die UEFA dem Verband in Athen Details über 14 Spiele vorgelegt, die unter Manipulationsverdacht stehen. Verbandspräsident Sofoklis Pilavios sagte, er werde das Justizministerium in Athen informieren. Im italienischen Bestechungsskandal haben die Ermittler damit begonnen, die neun Festgenommenen zu vernehmen. Die Drahtzieher sollen der Mafia nahestehen.
Krisentreffen am Mittwoch
Nähere Erkenntnisse erhoffen sich die neun betroffenen Verbände vom Krisentreffen bei der UEFA, bei dem auch der ÖFB und die österreichische Bundesliga vertreten sind. Sie versammeln sich am Mittwoch in Nyon.
Der Weltverband FIFA will sich auf einer Sondersitzung des Exekutivkomitees am 2. Dezember in Kapstadt mit den Folgen des Skandals beschäftigen.
Adidas droht mit Vertragskündigungen
Sollten sich Verwicklungen von Spielern oder Vereinen in den Wettskandal bestätigen, könnte das neben den strafrechtlichen auch schwerwiegende finanzielle Folgen haben.
Der Sportartikelhersteller adidas kündigte an, hart gegen Sportler oder Mannschaften durchzugreifen, die von dem fränkischen Unternehmen ausgerüstet werden und in den Skandal verwickelt sind. "Wir haben in unseren Verträgen mit Sportlern und Vereinen ganz klar drin, dass wir bei kriminellen Vergehen die Zusammenarbeit fristlos kündigen können", sagte adidas-Chef Herbert Hainer der "Süddeutschen Zeitung".
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