"15 Jahre müssen reichen"
"Ich glaube auch, das ist gut so für den FC Bayern. Uli Hoeneß wird nicht mehr ganz so aktiv sein wie bisher, aber er wird weitaus aktiver sein, als ich es war", sagte Beckenbauer über den bisherigen Manager.
"15 Jahre als Präsident und sieben Jahre als Vorsitzender des Aufsichtsrates reichen. Da müssen jetzt jüngere Leute ran", so die 64-jährige "Lichtgestalt" des deutschen Fußballs.
Ehrenpräsidentschaft winkt
Beckenbauer selbst soll bei der Jahreshauptversammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt werden. Dabei ist er selbst gespannt, was ihn bei dieser Aufgabe überhaupt erwartet. "Er wird eingeladen", scherzte Beckenbauer. "Nein, ich weiß es nicht, ich war noch nie Ehrenpräsident. Ich lasse mich überraschen. Aber fehlen wird mir nichts."
Antritt mit 99,45 Prozent
Laut eigenem Bekunden hatte Beckenbauer nie gedacht, dass er so lange an der Spitze seines Lieblingsvereins stehen würde. Nur Wilhelm Neudecker (1962 bis 1979), Präsident zu Zeiten des Spielers Beckenbauer, war länger in dem Amt, in dem sich der "Kaiser" selbst als "Übergangslösung" gesehen hatte.
Am 14. November 1994 hatten 99,45 Prozent der anwesenden 2.928 Mitglieder mit Ja gestimmt. Damals zählte der FC Bayern 33.333 Mitglieder, heute sind es fünfmal so viele.
Hoeneß nimmt die Fäden in die Hand
Der 57-jährige Hoeneß wird nach 30 Managerjahren auch im neuen Amt die Fäden ziehen. Beckenbauer strebt dagegen nicht nach höheren Weihen - schon gar nicht nach Funktionärsposten wie dem des FIFA-Präsidenten.
"Nein. Ich bewundere die Leute wie Sepp Blatter - was der alles leistet", sagte der Macher des deutschen WM-"Sommermärchens" 2006. "Oder Michel Platini, der ein hervorragender UEFA-Präsident ist. Der hat eine Arbeitswut." Das wolle er sich nicht antun, noch dazu als Vater zweier kleiner Kinder.
2002 aus Tagesgeschäft zurückgezogen
Aus dem Tagesgeschäft hatte sich Beckenbauer seit der Umwandlung des Vereins in eine Aktiengesellschaft 2002 zurückgezogen.
"Ich wusste, dass ich dann als Aufsichtsratsvorsitzender aus dem operativen Geschäft heraus bin. Aber Kalle Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner sind das Beste, was man sich vorstellen kann. Alle drei sind ein Glücksfall für den FC Bayern", lobte der "Kaiser" das mächtige Dreigestirn im Vorstand.
"Uli soll das so weitermachen"
Vorerst werden nur noch Hopfner und Rummenigge den Vorstand bilden. Beckenbauer plädiert mit Nachdruck dafür, dass Hoeneß sich auch als Aufsichtsratschef weiter mit um wirtschaftliche Aufgaben kümmert.
Er hat den FC Bayern schließlich zu einer Geldmaschine entwickelt, die 300 Mio. Euro im Jahr umsetzt. "Uli soll das so weitermachen. Er wird nicht an vorderster Front sein im Sponsoring und Marketingbereich, aber die wichtigsten Kontakte wird er persönlich wahrnehmen", so Beckenbauer.
Nerlinger rückt nach
Ein Teilnachfolger von Hoeneß ist Ex-Bayern-Profi Christian Nerlinger, der seit 1. Juli als Sportdirektor fungiert, aber nicht in den Vorstand aufrücken wird. "Der Christian macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Er hat einen klaren Blick, eine klare Aussage. Und er hat in Uli Hoeneß den besten Befürworter", sagte Beckenbauer über den 36-Jährigen. Der Gepriesene selbst will in der starken Führungsrunde des deutschen Rekordmeisters kein Jasager sein.
Links:
- Franz Beckenbauer (Wikipedia)
- FC Bayern München