Schwere Kopfverletzungen

2010 sitzt Massa wieder im Ferrari-Cockpit.
Ein Horrorcrash von Felipe Massa hat am 25. Juli die Formel-1-Fans schockiert. Der Zwischenfall auf dem Hungaroring passierte nicht einmal eine Woche nach dem Tod des Formel-2-Piloten Henry Surtees, der in Brands Hatch von einem Rad getroffen und getötet worden war.

Ungebremst in Reifenstapel
©Bild: Dominic Ebenbichler
©Bild: Dominic Ebenbichler
Massa ist in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn schwer verunglückt. Der Brasilianer wurde im zweiten Zeitabschnitt des Qualifyings zum zehnten WM-Lauf der Saison von einer 800 Gramm schweren Metallfeder, die sich vom Brawn-GP-Auto seines Landsmanns Rubens Barrichello gelöst hatte, am Helm getroffen.

Darauf raste der Vizeweltmeister von 2008 fast ungebremst mit rund 200 Stundenkilometern in die Reifenstapel.

Bewusstsein verloren
Der Rettungswagen war sofort an die Unfallstelle gefahren. Mit Planen wurden Auto und Pilot vor neugierigen Blicken geschützt. Offenbar verlor Massa schon vor dem Unfall das Bewusstsein. Auf der Trage bewegte sich Massa aber. Zuvor hatte der Brasilianer keinerlei Reaktionen gezeigt, nachdem er von der Feder am Helm getroffen worden war.

Er nahm auch vor dem Einschlag in die Reifenstapel nicht die Hände vom Steuer, um sich weiter zu schützen.

Schwere Kopfverletzungen
Der 28-Jährige zog sich dabei einen Schädelbasisbruch, eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung am linken Auge zu. Nach einer Operation wurde er für 48 Stunden in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt.

Rascher Heilungsverlauf
©Bild: AP/Andre Penner
©Bild: AP/Andre Penner
Doch glücklicherweise verlief auch der Genesungsprozess im Renntempo. Vier Tage nach dem Unfall machte Massa die ersten Schritte und wartete ungeduldig auf seine Entlassung: "Ich will heimgehen. Ich fühle mich komplett gut", erklärte er resolut.

Neun Tage später war es so weit, und er trat die Heimreise nach Brasilien zur weiteren Rehabilitation an. Trotz der raschen Fortschritte war an ein Comeback im Jahr 2009 nicht zu denken. "Wenn es nach mir ginge, wäre ich schon gestern zurückgekehrt. Aber leider hängt es nicht allein von mir ab", sagte der 28-Jährige.

"Habe keine Angst, Gas zu geben"
"Aus psychologischer Sicht hat der Unfall keinerlei Auswirkungen auf mich", sagte Massa. "Ich habe schon viel hässlichere Unfälle erlitten. Ich habe keine Angst, Gas zu geben."

An den Unfall selbst hat der Formel-1-Fahrer keine Erinnerungen. Er habe die Radfeder, die ihn am Helm traf, nicht gesehen. Es sei ein "verrückter Unfall" gewesen.

Rückkehr 2010
Seine Rückkehr in die Formel 1 ist für 2010 geplant. "Die Tests sind allesamt positiv verlaufen. Wir sind hocherfreut darüber, dass wir in der kommenden Saison wieder zu 100 Prozent auf Felipe zählen können", ließ Ferrari Anfang September wissen.

In der Zwischenzeit absolvierte Massa bereits wieder erste Testfahrten. Sowohl im Oktober als auch Mitte Dezember absolvierte er auf den Ferrari-Hausstrecken in Fiorano und Mugello einige Runden in einem zwei Jahre alten Ferrari F2007. "Alles lief gut. Ich bin happy, dass ich in diesem Auto fahren konnte", freute sich der Südamerikaner auf die nächste Saison.

Links: