Perfektion gegen Euphorie

Quarterbacks als Schlüsselfiguren.
Die Super Bowl XLIV am Sonntag (Ortszeit) im SunLife Stadium von Miami verspricht, etwas Besonderes zu werden. Mit den Indianapolis Colts und den New Orleans Saints stehen einander erstmals seit 1994 (Super Bowl XXVIII) die beiden besten Teams der regulären Saison im NFL-Finale gegenüber.

Lange Zeit waren beide Teams unbesiegt, New Orleans 13, Indianapolis 14 Spiele, ehe sie im Finish des Grunddurchgangs ihre Stars bereits für das Play-off schonten. Die Stars sind die Quarterbacks Peyton Manning (Indianapolis) und Drew Brees (New Orleans).

Die Colts gelten aufgrund ihres nahezu fehlerlosen Spiels als Favoriten, die Saints werden jedoch seit dem Einzug in die Super Bowl von einer Euphoriewelle getragen.

Begeisterung um New Orleans
Die Begeisterung über das Team aus "Big Easy" geht über die Grenzen der Stadt hinaus. Zum ersten Mal in der 43-jährigen Clubgeschichte stehen die Saints im Endspiel der NFL.

©Bild: AP/Judi Bottoni
©Bild: AP/Judi Bottoni
Die Zahl der Fans, die sich unter dem gebellten Schlachtruf "Who dat!?" zusammenfinden, wird immer größer. Die Saints haben ihrer Heimat ein Stück des Stolzes zurückgegeben, der durch Hurrikan "Katrina" im August 2005 verloren ging.

"Es gibt so viele Parallelen zwischen der Stadt und uns: den langen Weg, den wir gegangen sind, wie wir Rückschläge weggesteckt haben, um letztlich da zu sein, wo wir jetzt sind", sagte Runningback Reggie Bush.

©Bild: AP/Patrick Semansky
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Meister am Werk
Er ist Teil der besten Offensive der Liga. Dirigiert wird diese von Trainer Sean Payton und Quarterback Brees.

Der Aufstieg der Saints in den letzten vier Jahren vom zweitschlechtesten NFL-Teams zum Champion der NFC-Conference ist eng mit den beiden verbunden.

Brees' Gegenüber Manning gilt als bester Spielmacher der Gegenwart und wurde heuer zum vierten Mal als wertvollster Spieler (MVP) der Saison ausgezeichnet.

"Etwas ganz Besonderes"
Für den 33-Jährigen ist dieses Spiel "etwas ganz Besonderes". Er ist in New Orleans aufgewachsen, sein Vater Archie hatte einst für die Saints gespielt. "Ich habe nie davon geträumt, einmal in einer Super Bowl gegen sie zu spielen."

©Bild: AP/Mark Duncan
©Bild: AP/Mark Duncan
Neue "Fohlen"
Manning hat die Colts bereits 2007 zum Titel geführt. In dieser Saison ging Indianapolis mit einem neuen Trainer ins Rennen.

Jim Caldwell, der jahrelang von Erfolgscoach Tony Dungy als Nachfolger aufgebaut wurde, könnte als dritter "Rookie"-Trainer der NFL-Geschichte die Super Bowl gewinnen.

Weiters mussten die "Fohlen" ihre Mannschaft an einigen Positionen umbauen. Doch Manning hat auch den Abgang seines liebsten Wide Receivers Marvin Harrison verkraftet und setzt jetzt auf Reggie Wayne, Pierre Garcon, Austin Collie und Tight End Dallas Clark.

Schlau spielen und Manning stören
"Wir müssen schlau spielen und in der Offensive variieren. Vor allem aber müssen wir versuchen, Peyton Manning nicht ins Spiel kommen zu lassen", betonte Brees.

Vielseitige Offensive
Während sich die Colts, bei denen Verteidigungsstar Dwight Freeney mit einem Bänderriss im Knöchel auszufallen droht, auf Manning und dessen starkes Passspiel verlassen, verfügen die Saints mit Jungstar Bush, Pierre Thomas und Mike Bell auch über ein vielseitiges Laufspiel.

Die Wide Receiver Marques Colston, Devery Henderson und Robert Meachem sowie Tight End Jeremy Shockey sind zudem immer für großen Raumgewinn gut.

Bush nutzt seine Explosivität auch bei Punt- und Kick-off-Returns. Den hohen Erwartungen ist der 24-jährige Runningback in seiner vierjährigen NFL-Karriere bisher nicht zur Gänze gerecht geworden. Das könnte sich mit einem Super-Bowl-Ring radikal ändern.

Titel für New Orleans
Die Sieger erhalten neben den prestigeträchtigen, 5.000 Dollar teuren Super-Bowl-Ringen auch noch 83.000 Dollar (ca. 60.000 Euro) Siegesprämie.

Doch neben dem finanziellen Anreiz zählt für New Orleans vor allem der erste Super-Bowl-Triumph. "Wir wollen diesen Titel - für uns, aber auch für die Menschen da draußen", unterstrich Brees.

The Who rocken
Die Super Bowl geht zum zehnten Mal in Miami über die Bühne. Im SunLife Stadium werden die britischen Altrocker The Who in der Halbzeitpause vor 74.000 Fans für Stimmung sorgen. Über 150 Millionen Zuschauer werden das Spektakel weltweit vor dem Fernseher verfolgen.

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