"Obszöne Veranstaltung, Zeitverschwendung, Beleidigung für den Segelsport", fasste Bruno Trouble das Duell um die begehrteste Segeltrophäe der Welt zusammen. Der ehemalige Organisationschef des einst so glamourösen Spektakels kann kaum fassen, was aus "seinem" America's Cup geworden ist.
"Zu dieser Jahreszeit lieber Ski fahren"
Weil der Streit zwischen dem Schweizer Titelverteidiger-Syndikat Alinghi und US-Herausforderer BMW Oracle Racing komplett aus dem Ruder gelaufen ist, wird der Cup 159 Jahre nach seiner Premiere nicht mehr von Sport und Spannung, sondern von erbittertem Streit und erschwerten Rahmenbedingungen geprägt.
"Wir wollten nie im Februar vor Valencia segeln", gab auch Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli zu Protokoll, "zu dieser Jahreszeit sollten wir lieber zu Hause Ski fahren."
Am Mittwoch soll wieder Flaute herrschen
Doch ein New Yorker Gericht hat es anders gewollt. Die vom US-Team vor zweieinhalb Jahren initiierte Klagewelle gegen die Schweizer mündete in fatale Urteile: Das 33. Cup-Duell wird mangels Einigung zwischen den beiden Streitparteien zur falschen Zeit und nach Regeln von 1887 ausgetragen.
So konnte das am Montag aufgrund einer Flaute ausgefallene Auftaktrennen nicht etwa bei besten Windbedingungen am Dienstag wiederholt werden, sondern darf erst am Mittwoch gestartet werden. Dann soll laut Wetterexperten wieder Flaute herrschen.
Wird Ergebnis von US-Justiz gekippt?
"Gut, dass heute keine Fernsehbilder angeboten werden", meinte Trouble am Dienstag im gut gefüllten Pressezentrum, "die Menschen würden uns ja umbringen, würden sie die schönen Segelbedingungen hier sehen - leider ohne Segelsport."
Die angestaubte Stiftungsurkunde hat das umstrittene Timing vorgegeben, weil ein Ruhetag bis zum nächsten angesetzten Rennen eingehalten werden muss.
Es könnte noch Wochen dauern, bis die zwei oder maximal drei Rennen absolviert sind und ein Endergebnis feststeht, das von der US-Justiz wieder gekippt werden könnte.
Nächster Gerichtstermin bei Alinghi-Sieg
Denn im Falle einer erfolgreichen Titelverteidigung von Alinghi gibt es am 25. Februar den nächsten Termin vor dem New Yorker Höchstgericht.
Dann soll der Einspruch von BMW Oracle gegen die Segel der Alinghi-5-Jacht behandelt werden, da die Amerikaner überzeugt sind, dass diese nicht reglementkonform sind, weil sie nicht in der Schweiz, sondern in den USA hergestellt worden sein sollen.
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