Zweiter Streich in der Titeljagd

15. DFB-Pokal für Bayern München.
Das Double ist geschafft, das historische Triple für den FC Bayern München zum Greifen nah: Angeführt von Arjen Robben holten die Münchner eine Woche nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft mit dem 4:0 (1:0) gegen Titelverteidiger Werder Bremen auch den DFB-Pokal.

©Bild: AP/Matthias Schrader
©Bild: AP/Matthias Schrader
Vor 72.900 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion drückten Tore von Robben (35./Handelfmeter), Ivica Olic (51.), Franck Ribéry (63.) und Bastian Schweinsteiger (83.) die Überlegenheit der Bayern eine Woche vor dem Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand klar aus.

"Wir wollen jetzt unbedingt das Triple", kündigte Bayern-Abwehrspieler Philipp Lahm bereits an.

ÖFB-Legionäre nur Zuschauer
Die ÖFB-Legionäre bei beiden Clubs spielten im Finale keine aktive Rolle. Sebastian Prödl saß bei Werder auf der Bank, David Alaba stand bei Bayern nicht im Kader.

Robben ist der Chef
Robben war Dreh- und Angelpunkt der Münchner, die dem Cup-Finale den Stempel aufdrückten. Deutlich weniger zur Attraktivität des Spiels trugen die Bremer bei.

Eine Überraschung bei den Grün-Weißen war vor allem der Einsatz von Spielgestalter Mesut Özil als zweite Spitze neben Claudio Pizarro. Die taktische Maßnahme verfehlte ihre Wirkung, denn in der ungewohnten Rolle blieb der DFB-Teamspieler 45 Minuten lang blass.

Erste Chance für Bayern
Bereits in der dritten Minute lieferte hingegen Robben eine erste Kostprobe seiner Schusstechnik, doch Werder-Tormann Tim Wiese lenkte den Ball aus 18 Metern über die Latte. Sekunden später köpfte der unbedrängte Martin Demichelis über das Bremer Tor.

Dann setzte sich auch Werder durch Pizarro in Szene: Der Peruaner fand jedoch nach tollem Solo im Strafraum in Jörg Butt seinen Meister. Der in letzter Minute auf den WM-Zug aufgesprungene Bayern-Schlussmann parierte auch den Nachschuss von Frings (8.).

Knallharter Elfer
Dann war wieder Robben der Mann mit den besten Ideen. In der 24. Minute verfehlten Müller und Olic eine scharfe Hereingabe des Niederländers aus kurzer Distanz, dann verfehlte "Super-Arjen" nach schönem Doppelpass mit Müller das Bremer Gehäuse (30.).

Gegen das Strafstoß-Geschoss von Robben war aber auch Elfmeter-"Killer" Wiese machtlos. Per Mertesacker hatte bei seiner Abwehraktion gegen Olic die Hand zu Hilfe genommen hatte.

Olic ist zur Stelle
In der 51. Minute war dann Mertesacker wieder an einem Tor beteiligt. Der DFB-Verteidiger köpfte Robbens Eckball an den Rücken von Daniel van Buyten, den Abpraller drückte Olic reaktionsschnell über die Linie.

Von den Bremern war außer einer Chance für den eingewechselten Almeida (48.) in der zweiten Hälfte wenig zu sehen. Mit einem Solo von der Mittellinie aus beseitigte schließlich Ribery auch die letzten Zweifel am verdienten Sieg der Bayern (63.).

Frings frustriert
Bei den Bremern herrschte Enttäuschung pur: Nach einem Frustfoul sah Kapitän Torsten Frings 14 Minuten vor Schluss die Gelb-Rote Karte. Auf Zuspiel von Philipp Lahm setzte Schweinsteiger schließlich den Schlusspunkt.

Kurz vor 22.00 Uhr erhielt dann Bayern-Kapitän Mark van Bommel von Deutschlands Bundespräsident Horst Köhler den "Pott" überreicht und reckte ihn stolz in den Berliner Abendhimmel.

Stimmen zum Spiel:
Louis van Gaal (Trainer Bayern München): "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass es sehr wichtig ist zu gewinnen. Aber auch die Art und Weise ist sehr wichtig. Sie sind immer noch nicht müde. Wenn wir etwas gewinnen, dann müssen wir auch feiern. Ob morgen Training ist, das hängt davon ab, wann ich ins Bett gehe."

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Wir haben den Weg zum Tor nicht gefunden. Die Bayern haben das Spiel klar beherrscht und sich souverän durchgesetzt. Uns hat ein bisschen die Überzeugung gefehlt."

DFB-Pokal, Finale

Samstag:

Bayern München - Werder Bremen 4:0 (1:0)

Berlin, 72.900 Zuschauer, SR Kinhöfer

Torfolge:
1:0 Robben (35./Handelfmeter)
2:0 Olic (51.)
3:0 Ribery (63.)
4:0 Schweinsteiger (84.)

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings, Bargfrede (54./Marin) - Borowski (70./Jensen), Özil - Pizarro, Hunt (46./Almeida)

Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben (87./Altintop), Müller (77./Timoschtschuk), Ribery - Olic (81./Klose)

Gelbe Karten: Olic, van Bommel bzw. Borowski, Fritz

Gelb-Rote Karten: Frings (77./wiederholtes Foulspiel)

Beste Spieler: Robben, Müller bzw. Wiese

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