Endstation für Keisse

Nachwirkungen von 2008.
Nahezu unbemerkt war die Österreich-Rundfahrt am Mittwoch indirekt von einem veritablen Dopingfall aus vergangenen Zeiten betroffen. Das Team Quick Step zog den Belgier Iljo Keisse deshalb offiziell und mit sofortiger Wirkung von der Rundfahrt zurück.

Quick Step begründete den Schritt in einer Aussendung mit der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne, der einen Einspruch der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) behandelt hatte.

Freispruch außer Kraft
©Bild: APA/EPA/Peter Deconinck
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Keisse, Vizeweltmeister im Punktefahren 2007 und einer der populärsten Sportler in Flandern, hatte beim Sechstage-Rennen in Gent im November 2008 einen positiven Dopingtest abgeliefert, war aber von der nationalen Anti-Doping-Behörde freigesprochen worden.

Auf seiner Homepage gab Keisse an, dass der CAS den Freispruch außer Kraft gesetzt habe. Quick Step zog den 27-jährigen Belgier daher mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres von allen Aktivitäten zurück.

"Muss an Sponsoren denken"
"Ich hatte keine andere Wahl", meinte dazu Team-Manager Patrick Lefevere. "Keisse kann gegen das CAS-Urteil berufen, bis die Sache endgültig entschieden ist, bleibt er von allen Aktivitäten suspendiert. Ich muss an unsere Sponsoren denken."

Keisse war schon am Mittwoch nicht an den Start der vierten Etappe der Österreich-Rundfahrt auf den Großglockner gegangen. Nach dem dritten Abschnitt hatte er mit 17:13 Minuten Rückstand auf Riccardo Ricco den 76. Gesamtrang belegt. Bester Quick-Step-Fahrer nach der Königsetappe auf den Großglockner ist Stijn Devolder als 17. (+7:09).

Keine Konsequenzen
Mit Konsequenzen vonseiten der Veranstalter muss das Quick-Step-Team allerdings nicht rechnen, weil das mutmaßliche Dopingvergehen zu einem für die Rundfahrt noch nicht relevanten Zeitpunkt passierte.

"Wir haben mit den Teams strenge Verträge abgeschlossen. Sollte einer ihrer Fahrer vor, während oder nach der Rundfahrt den Ruf unserer Veranstaltung durch solches Vergehen schädigen, dann werden sie zur Kasse gebeten", stellte Tour-Direktorin Ursula Riha klar.

Genaue Zahlen wollte Riha nicht nennen. Es handelt sich dabei aber um einen fünfstelligen Betrag. Zu dieser Pönale hätten sich laut Riha alle 18 Teams bereiterklärt - vorerst musste noch keines davon in die Mannschaftskasse greifen.

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