Ricco rettet Gelbes Trikot nach Wien

Für Österreich reichte es auf keiner Etappe zu einem Top-Drei-Ergebnis.
Riccardo Ricco hat am Sonntag bei der 62. Auflage der Österreich-Radrundfahrt seine Leidensfähigkeit unter Beweis gestellt und als dritter Italiener in der Geschichte der Tour den Gesamtsieg eingefahren.

Der 26-Jährige vom Team Ceramica Flaminia ging trotz schwerer Blessuren infolge eines am Vortag im Einzelzeitfahren erlittenen Sturzes in Podersdorf an den Start der letzten Etappe, obwohl er kaum gehen konnte.

©Bild: AP/Ronald Zak
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Am Ende verteidigte Ricco mit versorgter gebrochener Nase, einbandagiertem linkem Knie, rechtem Oberschenkel und rechtem Arm aber seine Führungsposition über die 123 Kilometer von Podersdorf nach Wien vor dem Spanier Sergio Pardilla und seinem Landsmann Emanuele Sella und kam mit dem Feld ins Ziel.

Denifl am Ende Gesamtsiebenter
Stefan Denifl wurde als Siebenter wie im Vorjahr (8.) bester Österreicher im Gesamtklassement. "Das Niveau war heuer viel höher, ich habe mich um einen Platz verbessert. Ein Top-Ten-Platz, das passt schon", sagte der 22-Jährige.

©Bild: GEPA/Wolfgang Grebien
©Bild: GEPA/Wolfgang Grebien

Auch der noch zwei Jahre jüngere Matthias Brändle stellte als 13. einmal mehr sein Talent unter Beweis und kam wie 2009 als zweitbester ÖRV-Profi nach Wien. "Ich habe mich gesteigert, deshalb ziehe ich ein positives Resümee", sagte der Vorarlberger.

Bergtrikot für Benetseder
Der Gewinn des Bergtrikots durch Josef Benetseder war einer der weiteren rot-weiß-roten Lichtblicke. Der Oberösterreicher holte dank fleißiger Punktesammlerei bei kleinen Bergwertungen überraschend das begehrte gepunktete Trikot.

Allerdings gab es für die heimischen Profis bei der gesamten Rundfahrt wie im Vorjahr weder einen Etappensieg noch einen Podestplatz zu bejubeln.

"Das ist ein sehr wichtiger Sieg"
Sein unter heftigen Schmerzen sichergestellter erster Sieg bei einer Landesrundfahrt freute
Ricco angesichts der Umstände umso mehr. "Das ist ein sehr wichtiger Sieg für mich. Ich habe die zwei schwersten Etappen (Kitzbüheler Horn und Großglockner, Anm.) gewonnen", erklärte der Italiener.

"Gestern habe ich allerdings nicht mehr wirklich geglaubt, dass ich der Sieger sein würde. Aber heute war es nicht so schlimm. Ich hatte zwar vor allem am Knie Schmerzen, aber ich hatte nie Probleme, das Tempo zu halten", betonte Ricco, der von den Verfolgern Sella und Pardilla allerdings auch nicht mehr angegriffen wurde.

Schlussetappe an Australier Brown
Den Etappensieg holte sich im Massensprint der Australier Graeme Brown (Rabobank) vor den Deutschen Robert Förster (Milram) und Andre Greipel (HTC Columbia), dem besten Tour-Sprinter.

Bester Österreicher wurde auf der Schlussetappe Clemens Fankhauser als Elfter. Eine Gruppe von vier ÖRV-Fahrern mit Brändle war erst kurz vor dem Ziel auf der Wiener Ringstraße nach einer rund 100 Kilometer dauernden Flucht gestellt worden.

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