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Spanier liefern harten Kampf

Die US-Superstars haben die Mission Gold erfolgreich abgeschlossen. Das Team rund um LeBron James und Kobe Bryant hängte sich am Sonntag in der North Greenwich Arena von London mit einem 107:100 (59:58) im Finale über Spanien so wie 2008 die Goldmedaille um. Die US-Stars mussten um Gold jedoch hart kämpfen. Erst in der Schlussphase zog Team USA den Spaniern davon.

Bei der Neuauflage des Endspiels von Peking 2008 lieferten die als Außenseiter in die Partie gegangenen Spanier den USA einen Kampf auf Augenhöhe. Zum letzten sportlichen Highlight vor der Schlussfeier hatte sich noch einmal viel Prominenz in der North Greenwich Arena eingefunden. IOC-Präsident Jacques Rogge gab sich ebenso die Ehre wie Londons Bürgermeister Boris Johnson, Olympiabotschafter David Beckham, der ehemalige Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger und die königliche Familie von Spanien.

James und Durant blicken auf ihre GoldmedaillenReuters/Lucy NicholsonJames (r.) durfte sich so wie vor vier Jahren über Gold freuen

USA müssen kämpfen

Im Endspiel erwischten die US-Boys in der überraschend nicht ganz ausverkauften Halle einen guten Start. Obwohl Spaniens Kapitän Juan-Carlos Navarro mit 14 Punkten im ersten Viertel einen furiosen Auftakt hinlegte, konnten sich die Amerikaner früh absetzen. Mit einem Dreier sorgte Kevin Durant kurz vor dem Ende des ersten Abschnitts für die erste zweistellige Führung des Endspiels (35:25).

Doch danach ließen es die US-Stars aus der besten Liga der Welt aber etwas zu locker angehen. Spanien holte Punkt für Punkt auf und ging durch einen Dreier von Sergio Rodriguez im zweiten Viertel sogar erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung (39:37). Zum ersten Mal im Turnier musste das Starensemble richtig kämpfen. Besonders gegen Ende der zweiten zehn Minuten entwickelte sich eine hektische Partie mit vielen Fouls.

Durant als Matchwinner

Spaniens Marc Gasol von den Memphis Grizzlies kassierte bereits in dieser Phase sein viertes persönliches Foul und verbrachte danach die meiste Zeit auf der Ersatzbank. Zur Pause führten die USA lediglich mit einem Punkt (59:58). Auch nach dem Seitenwechsel konnten sich die Amerikaner zunächst nicht absetzen. Vor allem Gasol, mit 24 Punkten bester Werfer der Spanier, lief gegen seine NBA-Kollegen zur Höchstform auf.

Kobe Bryant (USA) mit vollem Einsatz unter dem gegnerischen KorbReuters/Mike SegarKobe Bryant (Nr. 10) und die USA hatten mit Spanien kein leichtes Spiel

Der Spieler der Los Angeles Lakers hielt den Außenseiter mit 15 Zählern allein im dritten Viertel im Spiel. Im US-Team von Coach Mike Krzyzewski sorgte vor allem der überragende Kevin Durant (30 Punkte) dafür, dass der Favorit nicht ins Hintertreffen geriet. Die Entscheidung zugunsten der USA fiel dann im letzten Viertel. Als sich die Amerikaner sechs Minuten vor Ende auf neun Punkte absetzen konnten, war der Widerstand der Spanier gebrochen.

14. Gold für die USA

„Wir waren gut. Es war ein sehr physisches Spiel“, sagte US-Coach Krzyzewski nach dem Erfolg. Superstar James freute sich über die Goldmedaille beinahe mehr als über seinen NBA-Titel mit den Miami Heat vor ein paar Monaten. „Es geht um die USA“, schlug James patriotische Töne an, „es geht nur um diese drei Buchstaben auf der Brust.“ Auch Bryant schlug in die gleiche Kerbe. „Ich schwebe auf Wolke sieben“, sagte der 33-Jährige, immerhin fünffacher NBA-Champion.

„Wir haben sehr hart gearbeitet, um dieses Gold nach Hause zu bringen. Jeder hat seine eigene Geschichte“, sagte Bryant. Zum insgesamt 14. Mal holten die USA Gold im Männer-Basketball. Bei 17 Teilnahmen kassierte man nur fünf Niederlagen. Bei den Spaniern war die Gefühlslage naturgemäß anders. „Es ist ein bittersüßes Gefühl“, sagte Gasol über seine zweite Olympiasilbermedaille. „Wir waren wieder knapp dran. Um diese Mannschaft zu schlagen, muss man aber ein perfektes Spiel abliefern.“

Bronze für Russland

Mit dem „Dream-Team“ von 1992 konnte die „Generation 2012“ jedoch wie erwartet nicht ganz mithalten. Michael Jordan, Magic Johnson und Co. hatten in Barcelona, beim ersten Olympiaauftritt von NBA-Spielern, ihre acht Spiele durchschnittlich mit 43,8 Punkten Differenz gewonnen. Ihre Nachfolger kamen 20 Jahre später im Schnitt auf 31,5 Punkte Unterschied (115,9:83,4).

Bronze war wenige Stunden zuvor überraschend an Russland gegangen. Die Russen besiegten Argentinien knapp mit 81:77 und holten ihre erste Medaille im Basketball seit Seoul 1988. Damals hatten russische Spieler im Team der Sowjetunion Olympiagold geholt. Bester Werfer bei Russland war Alexej Schwed mit 25 Punkten. Bei Argentinien, 2004 noch Olympiasieger, kam Manu Ginobili auf 21 Zähler.

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Publiziert am 12.08.2012