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Konzentration auf Team-Bewerb

Der Vorhang nach dem ersten Akt von Werner Schlagers Abschied von der olympischen Bühne ist am Montag gefallen. Die Niederlage in der Runde der besten 32 gegen den chinesischen Favoriten Wang Hao fiel zwar vom Ergebnis her klar (1:4), vom Spielverlauf her jedoch knapp aus. Auf der Leistung gegen die Nummer zwei des Turniers will Schlager nun aufbauen - und mit dem Team um die Medaillen mitkämpfen.

Nicht viele hätten auf einen Sieger Schlager gegen den chinesischen Silbermedaillengewinner von Peking 2008 gesetzt. Doch im Duell der beiden ehemaligen Weltmeister waren weder der Altersunterschied von elf Jahren noch die Rollenverteilung in Außenseiter und Favorit zu sehen. „Es ist besser gelaufen, als ich es mir erwartet hätte“, sagte Schlager im Gespräch mit ORF.at, „ich konnte ihm mehr zusetzen, als ich mir im Vorfeld gedacht habe.“

Zufrieden mit Einzel

Nur im ersten Satz war der 39-jährige Weltmeister von 2003 gegen sein 28-jähriges Pendant aus China, seines Zeichens Weltmeister 2009, chancenlos. Danach hielt Schlager die Partie offen und verpasste jeweils nur knapp den Satzgewinn. „Im Tischtennis entscheiden halt nur ein oder zwei Punkte, und die haben mir gefehlt“, so der Routinier, „aber man hat gesehen, dass ich ihn zum Wackeln bringen konnte.“

Schlager, der in der ersten Runde ein Freilos hatte und in der zweiten Runde Mihai Bobocica aus Italien sicher mit 4:2 aus dem Bewerb beförderte, war mit seinem voraussichtlich letzten Einzel-Turnier im Rahmen olympischer Spiele trotz des frühen Aus mehr als zufrieden. „Ich habe in meinen letzten beiden Spielen eine gute Leistung gebracht, besser als vielleicht gedacht. Von dem her kann ich sehr, sehr zufrieden sein“, sagte Schlager.

Ausgeruht in den Team-Bewerb

Vom Bilanzziehen über seine olympische Karriere hält der 39-Jährige nichts, denn schließlich steht ab Freitag der Team-Bewerb auf dem Programm. Und dort hat Schlager gemeinsam mit Chen Weixing und Robert Gardos einiges vor. Ägypten - schlagbar, aber unangenehm - gilt es als ersten Gegner aus dem Weg zu räumen, im Viertelfinale könnte der Schlager gegen Deutschland warten.

Die Vorstellungen im Einzel geben Schlager Grund zur Hoffnung, genauso wie die Arena im nördlichen Teil des überdimensionalen ExCel-Centers, in dem derzeit auch geboxt, gefochten, Gewichte gestemmt und auf der Judomatte gekämpft wird. „Man kenn sehr viel mitnehmen“, so Schlager, „wir spielen ja auch wieder in der Haupthalle, und ich kenne jetzt die Spielbedingungen sehr gut.“ Bis zum Einsatz im Team-Bewerb will Schlager seine Batterien wieder aufladen.

„Man weiß ja nie“

„Jetzt geht es vor allem darum, sich in den kommenden Tagen gut zu erholen“, so der 39-jährige Niederösterreicher. Dann soll zumindest das Ergebnis von 2008 erreicht und im Idealfall übertroffen werden. Im Falle einer Medaille würde Schlager wohl endgültig einen Schlussstrich unter seine olympische Karriere setzen. So hält er sich, ganz Sportdiplomat, zumindest nach außen hin die Hintertür offen. Auf die Frage nach seinen Plänen für 2016 antwortet er nur mit einem verschmitzten Lächeln: „Man weiß ja nie.“ Allzu ernst sollte man den Familienvater dabei aber wohl nicht nehmen.

Karl Huber, ORF.at aus London

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Publiziert am 31.07.2012