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Williams schafft Wimbledon-Double
Nach den vier Major-Turnieren hat Williams nun auch Einzel-Gold gewonnen. Einzig Steffi Graf hatte dieses Kunststück im Jahr 1988 sogar in einer Saison geschafft. Williams verhinderte damit auch, dass Scharapowa am Montag zur neuen Nummer eins der Tenniswelt wird. Die 30-Jährige hat damit auch ein wohl einzigartiges Double geschafft, denn erst vor vier Wochen hatte sie ebenfalls an der Church Road ihren insgesamt fünften Wimbledon-Titel geholt.
APA/EPA/Andy RainSerena Williams zog mit ihrer älteren Schwester Venus gleich„Jetzt kann ich nach Disney World fahren“
„Ich habe alles gewonnen. Jetzt kann ich nach Disney World fahren“, konnte die frischgebackene Olympiasiegerin ihr Glück gar nicht fassen. Nachdem sie vor vier Wochen am selben Ort gewonnen hat, habe sie nicht gedacht, dass es ein noch besseres Gefühl gäbe. „Aber schaut mich jetzt an, wie glücklich ich jetzt bin. Ich habe Gold gewonnen. Wooow! Ich habe auf diesem Platz noch nie so gut gespielt“, jubilierte die US-Amerikanerin.
Silbermedaillen-Gewinnerin Scharapowa konnte auf diese klare Niederlage nur mit Anerkennung reagieren. „Sie war einfach zu stark für mich, sie ist in einer unglaublichen Form. Für mich war es dennoch ein tolles Erlebnis, es war für mich sehr traurig, dass ich vor vier Jahren die Spiele verpasst habe. Jetzt habe ich für mein Land Silber geholt, das ist wirklich super.“
Williams drückt aufs Tempo
Williams drückte von Beginn an aufs Tempo und ließ Scharapowa überhaupt keine Zeit, in das Spiel zu finden. Nach einem lockeren Auftaktgame (drei der vier Punkte waren Asse) nutzte die US-Amerikanerin, die im Doppel bereits 2000 in Sydney und 2008 in Peking jeweils mit ihrer Schwester Venus erfolgreich war, gleich die erste Chance und nahm der Russin ihr Service ab.
Während Williams locker weiterspielte, fand Scharapowa, die auch ihre liebe Not mit dem böigen Wind in Wimbledon hatte, überhaupt kein Rezept gegen die druckvollen Schläge ihrer 30-jährigen Finalgegnerin (11:3 Winner) und musste den ersten Satz nach 30 Minuten ohne den Gewinn eines einzigen Games mit 0:6 verloren geben.
Auch im zweiten Satz zeigte Williams keine Blöße, der Spielverlauf war zunächst ein exaktes Spiegelbild von Durchgang eins. Nach zehn Minuten lag die US-Amerikanerin erneut mit 3:0 vorne. Nach 47 Minuten gelang Scharapowa unter tosendem Beifall des Publikums allerdings ihr erstes Game, und die Russin witterte wieder ihre Chance. Erstmals wankte Williams danach bei eigenem Aufschlag, wehrte zwei Breakbälle ab und stellte auf 4:1.
GEPA/US Presswire/Mark J. RebilasScharapowa wurde im Endspiel eine 63-minütige Lehrstunde erteiltWilliams krönt perfekte Woche
Williams ließ sich von dem kurzen Zwischensprint nicht aus dem Konzept bringen, nahm Scharapowa postwendend wieder das Service ab und verwandelte nach 63 Minuten mit einem Ass ihren ersten Matchball. Die Gewinnerin von 14 Grand-Slam-Turnieren baute damit ihre Bilanz gegen die French-Open-Siegerin und Weltranglistendritte Scharapowa auf 9:2 aus.
dapd/AP/Victor R. CaivanoSerena Williams schaffte in Wimbledon ein einzigartiges DoubleVon der Abgebrühtheit, die sie zuvor auf dem Centre Court gezeigt hatte, war nach dem Spiel nichts mehr zu sehen. Williams hüpfte vor Freude und zeigte dem Publikum sogar noch ein kleines Tänzchen. Wenn man bedenkt, was Williams alles durchgemacht hat, ist das auch verständlich. Im Februar 2011 erlitt sie eine lebensbedrohliche Lungenembolie und war schon zuvor wegen einer Fußverletzung außer Gefecht gewesen.
Comeback nach Schicksalsschlag
Heuer schaffte sie in Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Triumph nach dieser schwierigen Zeit, nun gelang ihr am gleichen Schauplatz auch die Krönung ihrer so erfolgreichen Karriere. An der Seite ihrer Schwester Venus hat Serena außerdem noch die Chance auf ein drittes Doppel-Gold im Zeichen der Fünf Ringe.
Für Williams, die dank des Erfolges mit ihrer älteren Schwester als erfolgreichste US-Tennis-Olympionikin gleichzog, war es zudem die Krönung einer perfekten Woche in Wimbledon - insgesamt gab die 30-Jährige in fünf Spielen nur 17 Games ab. „Ich war eigentlich schon mit meinen zwei Doppel-Goldmedaillen zufrieden, ich hätte nie gedacht, dass ich auch im Einzel gewinnen könnte“, freute sich Williams, die sich selbst in einem „ekstatischen“ Zustand wähnte.
Bereits vor dem Finale hatte sich die weiterhin Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka aus Weißrussland gegen Maria Kirilenko (RUS) mit einem 6:3 6:4-Erfolg die Bronzemedaille gesichert. Die Australian-Open-Siegerin Asarenka hatte sich im Halbfinale klar Serena Williams mit 1:6 2:6 geschlagen geben müssen.
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Publiziert am 05.08.2012