Die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation amnesty international (ai) hat vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mehr Druck auf die chinesischen Machthaber verlangt. Die Generalsekretärin der deutschen ai-Sektion, Barbara Lochbihler, sagte am Donnerstag im Südwestrundfunk, die Lage der Menschenrechte habe sich in der Volksrepublik China acht Monate vor den Olympischen Sommerspielen nur "minimal" verbessert.
Auch das IOC müsse ausdrücklich verlangen, dass Regimekritiker nicht mit Hausarrest belegt oder in Umerziehungslager eingewiesen würden. Als positives Zeichen wertete Lochbihler, dass Todesurteile inzwischen vom Obersten Gerichtshof überprüft werden müssten. In China finden schätzungsweise bis zu 15.000 Hinrichtungen im Jahr statt.
"China hat 2001 bei der Olympia-Kandidatur Verbesserungen beim Menschenrechtsschutz und weniger Zensur versprochen, davon bisher aber wenig gehalten", hatte die Generalsekretärin von ai-Deutschland erklärt. Das IOC müsse sich im Sinne der Menschenrechte deutlicher positionieren. Gefährdet sind nach Ansicht der Organisation derzeit vor allem Menschenrechtsaktivisten.