Slowakei macht es noch spannend

Die Slowaken vergaben in den letzten Minuten mehrere Großchancen.
Das Traumfinale des olympischen Eishockeyturniers ist perfekt.

©Bild: APA/EPA/Srdjan Suki
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Wenige Stunden nach dem überzeugenden 6:1 der USA über Finnland qualifizierte sich am Samstag Gastgeber Kanada erst nach einem 3:2-Zittersieg gegen die Slowakei für das Spiel der Spiele am Sonntag (21.15 Uhr MEZ). Finnland und die Slowakei spielen um Platz drei.

Duell der Torfabriken
Nachdem zuvor bei USA gegen Finnland das Duell der - bis dahin - besten Torhüter im Mittelpunkt gestanden war, trafen im zweiten Halbfinale die beiden Teams mit den bis dahin meisten geschossenen Toren (29 bzw. 17) aufeinander.

Drei Tage nach dem historischen 7:3-Triumph gegen Angstgegner Russland, der danach Tagesgespräch in ganz Kanada war, ließ das diesmal nicht wirklich überzeugende Team der Gastgeber auch im Halbfinale lange nichts anbrennen.

Trotzdem dauerte es fast eine Viertelstunde, bis aus einem Treffer von Patrick Marleau das 1:0 (14.) für Kanada gefallen war. Keine zwei Minuten später scorte Brenden Morrow zum 2:0 (16.).

3:0-Führung für die Gastgeber
Danach taten sich die Kanadier trotz des ständigen "Go Canada, Go!" auch im zweiten Drittel lange schwer, erst kurz vor Schluss fiel im Powerplay durch Ryan Getzlaf das 3:0 (37.). Eine Viertelstunde vor Ende der Partie dachten die Fans in der Halle schon einen Schritt weiter und riefen: "Wir wollen die USA" und "Wir wollen Gold".

Als bereits alles klar zu sein schien, machten die nachlässigen Hausherren das Match aber noch einmal unnötig spannend. Lubo Visnovsky überlistete mit einem Backhander Goalie Roberto Luongo zum 1:3 (52.).

Dramatische Schlussminuten
Als Michal Handzus gleich darauf sogar den 2:3-Anschlusstreffer schaffte (56.), drehte sich die Partie im Finish völlig. Die dramatischen letzten Minuten gehörten nur noch den groß aufspielenden Slowaken, die auch mehrere Hundertprozentige vergaben.

Am Ende gingen die Europäer, deren "Goldene Generation" mit Routiniers wie Palffy, Stumpel und Miroslav Satan in Vancouver wohl ihre letzten Spiele erlebt haben, im mit 19.100 Zuschauern ausverkauften Canada Hockey Place aber doch noch als Verlierer vom Eis.

"Wir waren fast das ganze Spiel gut, aber haben dann die Nerven verloren", sagte Kanadas Trainer Mike Babcock. Slowakei-Coach Jan Flic meinte: "Wir haben mit Herz und Willen gespielt, aber es hat nicht gereicht."

Erstes Gold für den Gastgeber seit 1980?
Vier Jahre nach der Blamage von Turin, als der Stolz Kanadas als Titelverteidiger nur auf Platz sieben gelandet war, haben die Gastgeber nun die Chance, als erstes Team seit den USA 1980 Gold bei Heimspielen zu gewinnen. Die USA waren 2002 auch der letzte Olympiagastgeber, der es ins Eishockeyfinale schaffte.

Am Sonntag können es nun Sid Crosby und Co. den kanadischen Frauen nachmachen, die schon am Donnerstag mit einem 2:0 gegen Weltmeister USA Gold geholt hatten. "Das wird ein großartiger Tag, ein großartiges Spiel", versprach Kanadas Goalie Luongo. "Beide Mannschaften haben es verdient, im Finale zu stehen", urteilte Torschütze Morrow.

Trotz der Routiniers wie Scott Niedermayer und Martin Brodeur, die auch 2002 beim Finalsieg über die USA in Salt Lake City dabei gewesen waren, werden wohl auch im Endspiel die Jungstars wie Sidney Crosby (22) Jonathan Toews (21) oder Verteidiger Drew Doughty (20) das Rückgrat im Spiel der Kanadier bilden. Die USA stellen in Vancouver mit 16 Spielern unter 25 Jahren sogar eine noch jüngere Mannschaft.

Samstag:

Kanada - Slowakei 3:2

(2:0 1:0 0:2)

Tore: Marleau (14.), Morrow (16.), Getzlaf (37./PP) bzw. Visnovsky (52.), Handzus (56.)

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