Möglicher Schaden durch Causa Kimoni

Die angekündigte ÖFB-Forderung könnte den GAK-Zwangsausgleich gefährden.
Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) wird kommenden Dienstag (10. April) in Graz sowohl vor Gericht als auch bei GAK-Masseverwalter Norbert Scherbaum eine Millionenforderung im Konkurs des steirischen Traditionsklubs anmelden.

Zuvor wird der ÖFB am Freitag gemeinsam mit anwaltlichen Konkursspezialisten den diesbezüglichen möglichen Schaden in der Causa Kimoni bei einer allfälligen Verurteilung durch den Weltverband FIFA festlegen.

Das bestätigte ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig am Donnerstag gegenüber der APA.

"Es muss endlich Klarheit herrschen"
"Mit dem Polemisieren muss endlich Schluss sein, es muss endlich Klarheit herrschen. Wir wollen die hundertprozentige Umsetzung der FIFA-Forderung sowie des CAS-Urteils", sagte Ludwig.

Weiters betonte der ÖFB-Generalsekretär: "Das hat nichts mit dem Insolvenzverfahren des GAK zu tun. Der Masseverwalter sieht sich dann aber einer Forderung gegenüber, die er bis jetzt noch nicht gehabt hat."

Der Präsident des Vorarlberger Fußballverbandes (VFV), Horst Lumper, begrüßt dieses Vorgehen - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Brisante Forderung
Besondere Bedeutung erlangt die angekündigte Forderung des ÖFB, der am Freitag eine außerordentliche Präsidiumssitzung abhält, dadurch, dass der Masseverwalter 20 Prozent der angemeldeten Forderungen als Barquoten-Sicherstellung benötigt.

Bei der zu erwartenden Höhe der ÖFB-Forderung von mehreren Millionen Euro ein fast unmögliches Unterfangen für Scherbaum.

GAK-Präsident Stephan Sticher dazu im ORF-Kurzsport: "Ich glaube, der Herr Dr. Scherbaum arbeitet sehr, sehr professionell, der wird schon wissen, was er macht. Es ist im Moment einfach die Ist-Situation, dass jeder jeden klagt und man muss der ganzen Sache gelassen entgegensehen. Ich finde das Ganze wirklich ein absolutes Kasperltheater."

Abzug und Rückerstattung von Punkten
Dem GAK waren am 14. März in der laufenden Meisterschaft sechs Punkte abgezogen worden, weil die Bundesliga ein Urteil der FIFA-Disziplinarkommission umsetzte.

Hintergrund des Punkteabzugs war eine Klage des ehemaligen belgischen GAK-Spielers Daniel Kimoni wegen ausständiger Gehaltszahlungen.

Der GAK hatte einem rechtskräftigen Urteil durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne sowie mehrfach erfolgten Zahlungsaufforderungen und Fristen der FIFA nicht Folge geleistet.

Bundesliga-Sitzung vertagt
Eine entsprechende Sitzung des Bundesliga-Protestkomitees in der Causa Kimoni wurde jedoch von Donnerstag vorerst auf den kommenden Dienstag (16.00 Uhr) vertagt.

Gericht behandelt Punkteabzug
Die vom GAK ebenfalls erwirkte einstweilige Verfügung beim Landesgericht Graz, die ihm die vorläufige Rückerstattung der 28 von der Bundesliga aberkannten Punkte zusichert, ist kommenden Mittwoch ab 14.00 Uhr wieder Thema vor dem Gericht in Graz.

FIFA bleibt hart
Auf Milde seitens der FIFA braucht der GAK jedenfalls nicht hoffen. Der Weltfußballverband bleibt hart und zwingt seine Mitglieder (in diesem Fall den ÖFB) zur Umsetzung seiner Richtlinien.

"Wir gehen davon aus, dass der ÖFB alle Schritte und Maßnahmen unternehmen wird, die sich im Einklang mit den FIFA-Statuten in dieser Angelegenheit als notwendig erweisen", hatte FIFA-Kommunikationschef Andreas Herren zu Wochenbeginn noch erklärt.

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