Klage bei Europacup-Bann möglich

Ried-Ehrenpräsident Vogl beziffert möglichen Schaden mit 15 Millionen Euro.
Abwartend, aber nicht ablehnend haben die Verantwortlichen der Bundesligisten SV Mattersburg, FK Austria Magna und SK Rapid gegenüber der APA auf den Vorschlag von SV-Ried-Ehrenpräsident Peter Vogl reagiert.

Befürchtet wird unter anderem, dass die UEFA auf Anraten des Weltverbandes FIFA die ÖFB-Klubs vom Europacup ausschließt. Dieses Szenario könnte eintreten, wenn der von der FIFA auferlegte Sechspunkteabzug für Liebherr GAK in der Causa Kimoni nicht exekutiert wird. Den Klubs würden dadurch Verdienste in Millionenhöhe entgehen.

15 Millionen Euro Schaden?
Vogl hatte am Wochenende angekündigt, den durch die GAK-Insolvenz entstandenen finanziellen Schaden im Rahmen einer Klage von den Grazern einzufordern. Nach einer ersten überschlagsmäßigen Rechnung bezifferte der Rechtsberater der Rieder den Schaden aus den Vorkommnissen um den GAK mit einer "keinesfalls zu hoch gegriffenen" Summe von 15 Mio. Euro.

Beraten und abwarten
Mattersburg-Präsident Martin Pucher, in seiner Doppelfunktion auch Präsident der Bundesliga, ließ derzeit noch alle Möglichkeiten offen. "Wir sind in beratender Phase und klären die Situation mit unseren Anwälten ab", sagtte der Burgenländer, der mit dem Tabellenzweiten derzeit auf einem sicheren UEFA-Cup-Startplatz steht.

Der Vorschlag von Vogl habe "etwas an sich", eine Entscheidung werde jedoch erst nach gründlicher Beratung fallen.

"Überlegenswerter" Vorschlag
Für Austria-Manager Markus Kraetschmer ist der Vorschlag Vogls "absolut überlegenswert", auch wenn man zum jetzigen Zeitpunkt nicht unmittelbar davon betroffen wäre und sich deshalb noch nicht intensiv damit befasst habe. "Wenn wir uns jedoch sportlich für den Europacup qualifizieren, dann werden wir uns sehr wohl damit auseinander setzen", so Kraetschmer.

Sponsoren zögern
Man müsse die kommenden Tage abwarten. Auch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hielt sich zu den Absichten des Rekordmeisters bedeckt: "Wir werden sehen, was an dem von Herrn Vogl genannten Vorschlag dran ist."

Fakt sei, dass Sponsoren von der Causa GAK abgeschreckt würden. "Ich bin selbst in Verhandlungen mit drei potenziellen Sponsoren - und was soll ich sagen: Wir treten auf der Stelle", so Edlinger.

Schuldfrage nicht umdrehen
Dem für den GAK zuständigen Masseverwalter Norbert Scherbaum gehe es laut Edlinger darum, die Schuldfrage umzudrehen. Der GAK sei jedoch der Täter, nicht das Opfer.

"Die Ursache ist die jahrelange Fehlwirtschaft im Klub, welche meiner Meinung nach zu wenig in Frage gestellt wird", kritisierte Edlinger die Darstellung des Zwangsausgleichs nach außen.

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