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"Verrat am Sportsgeist"
Die internationale Presse war sich nach der Partie in ihrem vernichtenden Urteil einig. Von einer "düsteren, unerträglich skandalösen Farce" schrieb die französische "L'Equipe".
Die "Kronen Zeitung" bezeichnete das Treiben als "Schande für die Weltmeisterschaft", und die "Neue Zürcher Zeitung" prangerte an: "Das passive Verhalten der meisten Spieler musste als Verrat am Sportsgeist empfunden werden."
Deutschland benötigte Sieg
Die Ausgangsposition vor der letzten Gruppenpartie, die als "Schande von Gijon" in die Geschichte eingehen sollte, stellte sich wie folgt dar:
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Wütende Proteste, Winken mit Geldscheinen
Die DFB-Auswahl ging in der 11. Minute durch Horst Hrubesch mit 1:0 in Führung, was folgte, waren Ball-Herumschiebereien, Rückpass-Orgien und bestenfalls Alibi-Angriffe von beiden Seiten.
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Die beiden nationalen Verbände dementierten danach jegliche Absprachen, und die FIFA verzichtete auf Sanktionen, zog daraus aber immerhin so wie die UEFA die Konsequenz, entscheidende Gruppenspiele bei Turnieren zeitgleich anzusetzen.
Schachner "war richtig ang'fressen"
Walter Schachner war der einzige ÖFB-Spieler, der in diesem Match ernsthaft versuchte, ein Tor zu erzielen. Der aktuelle Austria-Kärnten-Coach wurde bei seinen Ambitionen von den Teamkameraden aber sträflich im Stich gelassen.
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"Keiner Schuld bewusst"
Schachner erzählte, wie das Trauerspiel zu Stande gekommen war. "Es hat in der Pause zwischen österreichischen und deutschen Spielern, die sich gut verstanden haben, Absprachen gegeben, dass man es bei diesem Resultat belassen soll. Bis zu mir ist das aber nicht durchgedrungen."
Und so versuchte der Steirer vergeblich, ein Tor zu erzielen und den späteren Finalisten auf die Heimreise zu schicken. "Dieses Spiel ist sicher ein gewisser Schandfleck. Aber ich bin mir fast keiner Schuld bewusst, denn jeder hat gesehen, dass ich mich dagegen gestemmt habe."
Teamchef Latzke versprach Gespräche
Von den damaligen Teamchefs Felix Latzke und Georg Schmidt gab es laut Schachner keine Order, die Partie derart schmachvoll zu absolvieren.
"Aber nach dem Spiel bin ich zu Latzke gegangen und habe gesagt: 'Trainer, das war eine Frechheit.' Er hat mir versprochen, dass es zu diesem Spiel noch Gespräche geben wird, aber im Endeffekt ist nichts rausgekommen."
"Das Ganze hat sich einfach ergeben"
Im Gegensatz zu Schachner wollte der damalige ÖFB-Goalie Friedl Koncilia Absprachen zwischen Österreich und Deutschland nicht bestätigen. "Das Ganze hat sich einfach aus der Konstellation ergeben", sagte Koncilia, für den das Match "ein Unspiel und einer WM nicht würdig", aber "kein Komplott gegen Algerien" war.
Trotz der Ausgangsposition wollten die Österreicher, die danach in der Zwischenrunde scheiterten, unbedingt gewinnen, betonte Koncilia. "Wir hätten die Deutschen gerne aus dem Stadion geschossen und sie wie vier Jahre zuvor aus dem Turnier geworfen. Aber zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft dazu einfach nicht in der Lage."
WM-Vorrunde am 25. Juni 1982:
Deutschland - Österreich 1:0 (1:0)
Gijon, 40.000 Zuschauer
Tor: Hrubesch (11.)
BRD: Schumacher - Stielike - Kaltz, Karl-Heinz Förster, Briegel - Dremmler, Rummenigge (67. Matthäus), Breitner, Magath - Hrubesch (69. Fischer), Littbarski
Österreich: Koncilia - Obermayer - Krauss, Pezzey, Degeorgi - Hattenberger, Weber, Prohaska, Hintermaier - Schachner, Krankl
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