Der BDR war von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) über den positiven Analysebefund mit dem erhöhten Testosteronwert informiert worden.
Rauswurf aus allen Kadern droht
Der ehemalige Sieger der Deutschland-Tour und diesjährige Gewinner des Klassikers "Rund um den Henninger Turm" muss nun innerhalb von fünf Tagen erklären, ob er die Öffnung der B-Probe beantragen will.
"Sollte die B-Probe den positiven Befund bestätigen, wird der BDR die Einleitung eines Verfahrens beim Bundessportgericht beantragen und Patrik Sinkewitz aus allen Kadern streichen", erklärte der Verband in seiner Pressemitteilung.
Sinkewitz überrascht
Sinkewitz reagierte überrascht auf die Nachricht: "Ich? Wieso ich? Davon weiß ich nichts. Das kann nicht sein."
Derzeit wird der Deutsche in einer Hamburger Klinik an den Verletzungen behandelt, die er sich bei einem schweren Sturz während der Tour der France zugezogen hat. "Ich werde gleich operiert und kann mich jetzt nicht darum kümmern", sagte der Radprofi.
Grenzwert weit überschritten
Nach dpa-Informationen lag Sinkewitz' Testosteron-Epitestosteronquotient bei 24 zu 1 - der zulässige Grenzwert liegt bei 4 zu 1.
Für Epitestosteron kann keine leistungssteigernde Wirkung nachgewiesen werden. Die Zuführung von Epitestosteron kann jedoch verwendet werden, um einen hohen Testosteronspiegel zu verschleiern, falls der normale T/E-Verhältnistest verwendet wird. Deshalb verbieten viele Sportverbände die Anwendung von Epitestosteron als Maskierungsmittel für Testosteron.
"Sofort suspendiert"
Nach der Affäre um die Tour-Sieger Jan Ullrich und Bjarne Riis aus Dänemark hat sich das T-Mobile-Team dem Anti-Doping-Kampf verschrieben. Die positive A-Probe ist ein schwerer Schlag für das Team.
"Wir haben Sinkewitz sofort suspendiert", sagte T-Mobile-Sprecher Stefan Wagner. Das Team hatte bereits vor kurzem durchgegriffen und den ebenfalls auffällig gewordenen Profi Sergej Gontschar erst vom Giro d'Italia suspendiert und dann entlassen.
Eisel erklärte vor der zehnten Tour-Etappe in einem TV-Interview: "Das ist natürlich ein schwerer Schlag für unsere Mannschaft. Aber wir befürworten zu 100 Prozent die Kontrollen und dementsprechend auch die Sanktionen, die jetzt wohl auf Patrik zukommen."
"Das wäre nicht clever"
Noch kurz vor der Tour hatte sich Sinkewitz in einem Interview mit der "Fuldaer Zeitung" der klaren Anti-Doping-Linie seines Arbeitgebers T-Mobile angeschlossen, für den er seit 2006 fährt. "Ich kann nur für mich sprechen und für mein Team. Ich kenne unsere Teamstrategie, unsere Tests. Da ist es nahezu unmöglich, etwas Verbotenes zu machen", hatte Sinkewitz erklärt. Und die Folgen beschrieben, die ihn nun ereilen dürften: "Man muss auch darüber nachdenken, dass danach alles vorbei sein kann. Mein Profivertrag wäre dann hinfällig. Das wäre nicht clever."
Völlig frei von Dopingverdächtigungen war aber auch die bisherige Karriere von Sinkewitz nicht. Zu Juniorenzeiten stand der damalige Nachwuchsfahrer während eines Trainingslagers in den USA unter Verdacht. Nur auf Druck von T-Mobile trennte er sich zudem im Vorjahr von dem umstrittenen Mediziner Michele Ferrari.
Schwerer Unfall mit Zuschauer
Zuletzt sorgte Sinkewitz bei der Tour mit einem schweren Unfall nach der achten Etappe für Schlagzeilen. Der 26-Jährige stieß auf der Fahrt zum Mannschaftshotel mit einem Zuschauer zusammen.
Der Deutsche zog sich dabei schwere Verletzungen im Gesicht zu und wurde zur Behandlung nach Hamburg geflogen. Sinkewitz erlitt eine Mittelgesichtsfraktur, einen Teilabriss der Unterlippe, einen Haarriss im Unterkiefer sowie Verletzungen an Knien und an der Schulter.
Der betroffene Zuschauer aus Luxemburg erwachte erst am Dienstag aus dem Koma.
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