Mit dem 2:1-Erfolg gegen die Austria Amateure gelang dem 39-Jährigen, der zuvor die Amateurmannschaft der Admira in der Regionalliga Ost an die Tabellenspitze geführt hatte, auch gleich ein Sieg.
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ORF.at: Gratulation zum gelungenen Debüt auf der Admira-Trainerbank. Wie haben Sie am Freitag den 2:1-Heimsieg gegen die Austria Amateure erlebt?
Dietmar Kühbauer: Ich habe in meiner Karriere noch nie als Spieler oder Trainer mein allererstes Match bei einem Verein gewonnen. Insofern war es eine schöne Premiere, ich bin stolz auf meine Spieler.
ORF.at: Bereits am Dienstag folgt das nächste schwere Match im Aufstiegskampf. Was muss im Niederösterreich-Derby gegen St. Pölten noch besser werden?
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ORF.at: Aufgrund der Rot-Sperre von Simon Manzoni wird im Tor der junge Patrick Tischler stehen. War ein Comeback des beurlaubten Ex-ÖFB-Tormanns Thomas Mandl je ein Thema?
Kühbauer: Tischler war mein Goalie bei den Amateuren, daher hat er mein vollstes Vertrauen. Das sage ich nicht nur einfach so, sondern aus Überzeugung. Ich habe keine Sekunde an Mandl gedacht. Außerdem wurde er nicht von mir, sondern vom Verein beurlaubt.
ORF.at: Neben Mandl wurde auch Ernst Dospel von der Clubführung beurlaubt. Trauern Sie den beiden Routiniers nach?
Kühbauer: Man muss die Fälle seperat betrachten. Mandl hat eine gute Saison gespielt, aber ich bin auch nur ein Angestellter des Clubs und habe Vereinsentscheidungen zu akzeptieren.
ORF.at: Und Dospel?
Kühbauer: Dospel hätte bei mir auch nicht gespielt, wenn er noch im Kader wäre. Ich habe nichts gegen ihn, aber er hat heuer seine Leistung nicht gebracht.
ORF.at: Aber für Walter Schachner war Dospel als Kapitän ein absoluter Führungsspieler ...
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ORF.at: Admira-Präsident Richard Trenkwalder hat im ORF.at-Interview kritisiert, dass Ex-Trainer Schachner nicht alles aus der Mannschaft herausgeholt habe. Was hat sich unter Ihnen geändert?
Kühbauer: Ich würde mich freuen, wenn ich als Trainer einmal so viel Erfolg wie Schachner habe, aber ich habe trotzdem eine andere Philosophie vom Fußball. Bei mir kann ein Match auch einmal 4:3 ausgehen, wobei ich auch nicht fürs blinde Stürmen bin. Aber die Spieler können sich ruhig mehr nach vorne trauen. Ich werfe es keinem vor, wenn er eine Chance verhaut oder den Ball beim Dribbling im gegnerischen Strafraum verliert. Ich brauche keine Musterschüler, die Individualisten sterben eh aus.
ORF.at: Sie haben als Spieler dem Fußball aufgrund Ihrer Persönlichkeit den Stempel aufgedrückt. Was dürfen die Fußballfans vom Trainer Kühbauer erwarten?
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ORF.at: Von einem Messias erwartet man allerdings Wunderdinge. Wie realistisch ist der Bundesliga-Aufstieg bei vier Punkten Rückstand auf Leader Wacker Innsbruck?
Kühbauer: Es stehen noch fünf Runden aus. Wir müssen einfach alles gewinnen, denn wir wollen das Unmögliche möglich machen.
ORF.at: Präsident Trenkwalder gibt im Fall des Aufstiegs einen aus. Wie werden Sie die Mannschaft belohnen?
Kühbauer: Der Aufstieg wäre für alle eine Belohnung. Da trinke ich alles, was Trenkwalder hinstellt, und zahle gerne mit.
ORF.at: Werden Sie der Admira auch in der Ersten Liga treu bleiben?
Kühbauer: Für mich ist klar, dass ich in der kommenden Saison - egal in welcher Liga - Admira-Trainer sein werde. Daran könnte sich nur etwas ändern, wenn die Welt untergeht oder Real Madrid anklopft. Aber die würden mich wahrscheinlich nur als Zeugwart brauchen.
ORF.at: Können Sie sich als Rapid-Ikone irgendwann eine Rückkehr nach Hütteldorf vorstellen?
Kühbauer: Dafür bin ich jederzeit zu haben. Als Spieler wird es sich halt leider nicht mehr ausgehen.
Das Gespräch führte Rainer Titsch, ORF.at
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