Verbandschef Texeira drohen zehn Jahre Haft

Die negativen Schlagzielen über Fußball-Brasilien nehmen kein Ende. Keine zwei Wochen nach dem WM-Versagen der "Selecao" in Deutschland ist nun der Präsident des nationalen Verbandes (CBF), Ricardo Teixeira, von der Staatsanwaltschaft angezeigt worden.

Anhand des Schlussberichts einer parlamentarischen Untersuchungskommission wurde Teixeira am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft in Rio de Janeiro beschuldigt, illegale Devisengeschäfte getätigt zu haben. Teixeira droht nach Angaben von Experten eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Neben dem CBF-Chef wurden auch der mit Teixeira nicht verwandte Verbands-Generalsekretär Marco Antonio Teixeira und Finanzdirektor Jose Salim angezeigt. Beantragt wurde außerdem die Aufhebung des Bank- und Steuergeheimnisses aller Verwickelten.

Verschiedene Unregelmäßigkeiten
Ricardo Teixeira ist inzwischen von Deutschland nach Brasilien zurückgekehrt. Einen Kommentar zur Anzeige der Staatsanwaltschaft gab er vorerst nicht ab.

Die parlamentarische Fußball-Untersuchungskommission hatte in Brasilia ihre Arbeit erst jüngst nach fünf Jahren mit einem Bericht beendet. Darin wird Teixeira verschiedener Unregelmäßigkeiten beschuldigt.

Der frühere Schwiegersohn von Ex-Weltverbandspräsident Joao Havelange ist bereits in seiner fünften Amtszeit als CBF-Präsident. Seit 1989 wird er immer wieder von den Präsidenten der 27 regionalen Verbände in Brasilien gewählt, die der CBF großzügig finanziert. Medien kritisieren Teixeira als "Diktator", der vor allem seine eigenen Interessen im Auge habe.