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Traumfinale gegen Lokalmatador Murray
Dieses Mal geht es aber nicht um Preisgeld, sondern um etwas, das für beide weit wertvoller ist: Olympiagold. Vor allem für Federer wäre der Sieg in London die Krönung seiner unvergleichlichen Karriere. Seine erste Medaille im Einzel hat er mit dem Einzug ins Finale schon in der Tasche, seine Mission hat er damit aber noch nicht erfüllt. „Ich bin sehr erleichtert, aber mit Silber bin ich noch nicht zufrieden“, sagte der Weltranglistenerste, dem nur noch dieser eine Sieg fehlt.
Ein kleines Fragezeichen steht allerdings hinter der Fitness von Federer, denn der Sieg gegen Juan Martin del Potro mit 19:17 im dritten Satz hat dem Schweizer viel Energie gekostet. Nicht so sehr physisch, sonder psychisch. „Emotional bin ich völlig erschöpft, weil ich so häufig gegen den Matchverlust servieren musste“, erklärte Federer nach der 4:26 Stunden dauernden Partie am Freitag.
APA/EPA/Gerry PennySchon vor vier Wochen gab es Gold für Federer und Silber für MurrayWimbledon wird zum Hexenkessel
Ganz Großbritannien hofft indes natürlich auf eine Revanche für die Niederlage von vor vier Wochen. Am Sonntag werden dabei die Emotionen wohl noch intensiver sein als bei einem normalen Grand-Slam-Turnier - schließlich geht es um Gold für einen Lokalmatador. Für Murray, der vor einem Monat nach dem verlorenen Endspiel auf dem Centre Court herzerweichende Tränen vergossen hatte, kann die Stimmung nicht besser sein.
„Wir spielen rund um die Welt Tennisturniere und wir haben überall tolle Unterstützung, aber man kann es nicht damit vergleichen“, sagte ein ergriffener Murray nach seinem Halbfinal-Erfolg über Novak Djokovic. „Die Leute sind am Ende verrückt geworden. Ich habe noch nie so einen Lärm auf einem Tennisplatz erlebt“, sagte der Schotte, der sich nicht nur auf einen neuerlichen Hexenkessel, sonder wohl auch auf königlichen Besuch einstellen wird müssen.
Federer mit Fans in Großbritannien
Auch Federer ist von der Stimmung im All England Lawn Tennis Club angetan. „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass Olympia hier in Wimbledon stattfindet“, sagte der „Rasenkönig“, der vielleicht sogar so manchen britischen Tennisfan in seinem Lager haben wird. Der Schweizer erfreut sich ob seiner Eleganz auf dem Platz auch in Großbritannien großer Beliebtheit. Und dass Federer diese Goldmedaille und damit die Vervollkommnung des „Golden Slam“ verdient hätte, stellt niemand infrage.
Davor muss Federer aber vor allem körperlich noch einmal voll auf der Höhe sein. Am Sonntag geht es nämlich zum einzigen Mal im Turnierverlauf auf „Best of five“, durchaus möglich, dass sich neuerlich ein Rekordmatch entwickelt. Im Head-to-Head der beiden lässt sich nur wenig ablesen: Es steht 8:8. Allerdings hat Federer die bisher letzten drei Begegnungen gewonnen und das einzige Duell auf Rasen zuletzt in Wimbledon in vier Sätzen.
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Publiziert am 05.08.2012