Themenüberblick
400 m Lagen sind nicht alles
Im Vorlauf am Vormittag entging er dem Ausscheiden in 4:13,33 Minuten allerdings nur um 7/100 Sekunden. Um diese 7/100 war der Olympia-Zweite Laszlo Cseh langsamer, der Ungar blieb dadurch auf der Strecke. Phelps wird das Finale damit ganz ungewohnt von Bahn acht aus in Angriff nehmen. Sein vermeintlicher US-Hauptrivale Ryan Lochte wurde in 4:12,35 Dritter. Der Japaner Kosuke Hagino war in 4:10,01 Schnellster.
Kitajima könnte Phelps Rekord wegschnappen
Sollte der 14-fache Olympiasieger das Rennen nicht gewinnen, hätte er noch drei weitere Chancen auf einen dritten Titelgewinn en suite. Und zwar über 200 m Delfin am Dienstag, 200 m Lagen am Donnerstag und 100 m Delfin am Freitag. Bei einer 400-m-Niederlage des 27-Jährigen hätte aber auch Kosuke Kitajima die Chance auf das erste Triple. Der Japaner hat 2004 und 2008 jeweils das Brust-Double geholt. Am Sonntag steht das 100-m-Finale auf dem Programm, am Mittwoch das über 200 m.
Seit Phelps 2000 in Sydney als erst 15-Jähriger über 200 m Delfin Fünfter geworden war, ist er in einem olympischen Einzelrennen erst einmal geschlagen worden. Geschafft haben das der Australier Ian Thorpe und der Niederländer Pieter van den Hoogenband im Finale über 200 m Kraul bei den Spielen 2004. Bei anderen Großereignissen ist es bisher drei Aktiven gelungen, Phelps zweimal zu besiegen. Neben Tom Malchow (USA) und Crocker ist das Ryan Lochte, auch diesmal der Hauptrivale von Phelps.
GEPA/ US Presswire/Andrew WeberNiederlagen sind für Phelps die absolute AusnahmeFraser hat es vorgemacht
Bei den Damen gab es bisher zwei Schwimm-Triples. Die Australierin Dawn Fraser war über 100 m Kraul 1956 in Melbourne, 1960 in Rom und 1964 in Tokio erfolgreich, die Ungarin Krisztina Egerszegi über 200 m Rücken 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta. In Staffeln haben die US-Asse Matt Biondi und Tom Jager über 4 x 100 m Kraul von 1984 bis 1992 sowie Ian Crocker und Jason Lezak über 4 x 100 m Lagen von 2000 bis 2008 dreimal in Folge gewonnen.
Kommt die nächste Rekordflut?
Erstmals bei einem Großereignis seit dem Verbot der Ganzkörperanzüge mit Ende 2009 könnten die London-Spiele auch wieder eine Reihe von Weltrekorden bringen. In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat es nur zwei neue Topmarken gegeben. Lochte über 200 m Lagen und Sun Yang über 1.500 m Kraul fixierten sie jeweils vor einem Jahr bei der WM in Schanghai. Diesmal versprechen schon allein die beiden Lagen-Duelle von Phelps mit Lochte neue Weltrekorde.
Aber auch auf anderen Strecken riecht es stark nach Weltrekord. So ist der Australier James Magnussen im März über 100 m Kraul bis auf 19/100 an die bisher beste Zeit herangekommen, der US-Amerikaner Matt Grevers Ende Juni über 100 m Rücken bis auf 14/100. Bei den Damen war die US-Amerikanerin Missy Franklin über 200 m Rücken schon in Schanghai bis auf 29/100 dran und der chinesischen Lagen-Staffel fehlten ebendort 17/100. Einige andere waren weniger als fünf Zehntel weg.
Links:
Publiziert am 28.07.2012