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6.000-Punkte-Marke knapp verpasst

Ivona Dadic hat am Samstag für eines der bisher so seltenen Erfolgserlebnisse aus österreichischer Sicht bei den Olympischen Spielen in London gesorgt. Die junge Siebenkämpferin schlug sich ausgezeichnet und verpasste ihren eigenen österreichischen Rekord am Ende nur knapp. Auch die „Schallmauer“ von 6.000 Punkten war bis zuletzt in Reichweite.

Die jüngste Athletin im Feld kam im mit 80.000 Zuschauern gefüllten Olympiastadion mit 5.935 Punkten letztlich auf den 25. Rang und war danach sowohl von ihrer Leistung als auch der Stimmung angetan.

„Die Ehrenrunde habe ich einfach nur noch genossen“, sagte die Oberösterreicherin. Gold ging verdient mit nationalem Rekord und Jahresweltbestleistung von 6.955 Punkten an Ennis, die sich vor der Deutschen Lilli Schwarzkopf (6.649) und der Russin Tatjana Tschernowa (6.628) durchsetzte.

Ivona Dadic während des 800-m-Bewerbs im SiebenkampfAPA/EPA/Nic BothmaDadic kann mit ihrem Auftritt in London zufrieden sein

„Ich habe es probiert“

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Dadic, die die abschließenden 800 Meter in 2:15,90 hinter sich brachte. „Für die 6.000 Punkte hätte ich eine Zeit von 2:11,30 laufen müssen. Ich habe es probiert, aber es ging nicht“, sagte Dadic, die nach einer bei der Junioren-WM in Barcelona erlittenen Verletzung zuletzt nicht viel Lauftraining machen konnte. „Aber passt schon“, sagte sie. Den von ihr gehaltenen österreichischen Rekord von 5.959 Punkten verpasste sie nur knapp.

Dadic hatte in London mit einer Leistung von 5.600, 5.700 Punkten gerechnet und sich selbst überrascht. „Ich war nervös, aber ich habe hier gelernt, dass man so einen Wettkampf konzentriert angehen und locker bleiben muss.“ Glückwünsche der Kontrahentinnen blieben nicht aus. „Ennis hat mir gratuliert, dass es eine super Leistung ist, hier dabei zu sein.“

Ivona Dadic beim HochsprungAPA/EXPA/Johann GroderDadic schaffte im Hochsprung erstmals die 1,80 Meter

Mehrere persönliche Bestleistungen

Die Athletin des PSV Wels war am Freitag mit einer Bestleistung über 100 m Hürden im Rahmen eines Mehrkampfes in ihren Wettkampf gestartet. Den 14,58 Sekunden ließ sie dann im Hochsprung mit 1,80 Metern eine neue persönliche Bestleistung folgen. Im Kugelstoßen wären mehr als 12,19 Meter drinnen gewesen, die Leistung war aber ebenfalls mehr als passabel. Genauso wie die 24,29 Sekunden über 200 m. Nach Tag eins lag sie 23 Punkte über der Leistung in Götzis.

Die Hoffnung auf ein volles Haus wurde der furchtlosen und selbstbewussten jungen Dame auch am Samstag erfüllt: Sie hatte sich 6,00 m im Weitsprung gewünscht und kam bei wechselhaftem Wind exakt auf diese Marke. Motiviert von der Atmosphäre im Stadion warf sie den Speer auf die persönliche Bestleistung von 41,82 m.

„Vor allem mit meinem Speerwurf und dem Hochsprung war ich sehr zufrieden. Am meisten Bammel hatte ich vor den 200 m, weil ich mich da in Barcelona verletzt hatte.“ Am Ende konnte sie aber auf einen erfolgreichen Wettkampf zurückblicken, der für die Zukunft noch einiges verspricht.

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Publiziert am 06.08.2012