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Vorbei an Londoner Hotspots

Die Strecke für den Marathon führt an den Hotspots der Londoner Stadtkulisse vorbei. Die TV-Bilder mit Sehenswürdigkeiten im Hintergrund sollen die Werbetrommel für London rühren. „Wir machen hier eine richtige Sightseeingtour“, sagte Andrea Mayr, die am Sonntag für Österreich im Damen-Rennen an den Start geht und ihr Olympiadebüt feiert.

„Wir wollten die Strecke so gestalten, dass bleibende Erinnerungen für die Läufer, Zuschauer, das Fernsehpublikum und die olympische Bewegung entstehen“, sagte Olympia-Organisationschef Sebastian Coe. Und die Athletinnen und Fans bekommen zurzeit vieles zu sehen.

Der Weg führt über den Trafalgar Square, bietet Blick auf das Riesenrad London Eye, den Glockenturm Big Ben und das Parlament. Entlang der Themse erreichen die Läufer St. Paul’s Cathedral, den Finanzdistrikt und die „Gurke“. Der Tower of London ist der Wendepunkt, Start und Ziel des Marathons sind auf der Prachtstraße The Mall beim Buckingham Palace.

Marathonläufer auf der Tower BridgeAPA/EPA/Felipe TruebaDie 42,195 km lange Strecke passiert fast alle Londoner Sehenswürdigkeiten

Route durch kleine Gassen

Mayr, seit 19. April 2009 in Wien österreichische Marathon-Rekordhalterin mit 2:30:43 Stunden, hat die Strecke am Donnerstag besichtigt. „Der Teil an der Themse ist flach und gerade. Um den Buckingham Palace und den Park herum ist es auch schön zu laufen, es sind wenig Höhenmeter“, sagte die 32-Jährige.

„Rund um den Tower machen wir aber eine Sightseeingtour. Hinein in die kleine Gasse und wieder hinaus, viele Ecken und Kanten. Kopfsteinpflaster, kleine Anstiege und Pfosten stehen im Weg“, schilderte Mayr der APA. „Vor allem am zweiten Teil der großen Schleife muss man ziemlich aufpassen.“

„Sicher keine Rekordstrecke“

Aber anstrengender als 100 Prozent könne es eh nicht werden, so die 33-jährige Oberösterreicherin. „Es wird maximal langsamer durch die vielen Kurven. Das wirkt sich natürlich auf die Zeit aus.“ Deshalb steht für sie fest: „Das ist sicher keine Rekordstrecke, aber von der Stimmung her wird es sicher gut sein. Und es sind ja für jeden die gleichen Bedingungen.“

Andrea MayrGEPA/Wolfgang JannachMayr will beim Marathonrennen am Sonntag „total flexibel“ bleiben

Über die Taktik hat sich Mayr natürlich schon Gedanken gemacht, sie kam zu dem Schluss: „Ich muss total flexibel bleiben. Ich habe zwei Zeittabellen im Kopf. Eine mit einer Kilometerzeit von 3:35, eine von 3:40. Wenn eine Gruppe vor mir ist, die schneller läuft, werde ich versuchen mitzulaufen und nicht mein eigenes Tempo gehen. Aber ich darf mich nicht verleiten lassen. Fünf Sekunden schneller geht nicht mehr - auch nicht in einer Gruppe.“

In der Gruppe geht es leichter

Falls es nicht anders gehe, werde sie auch alleine laufen. „Natürlich ist es aber in der Gruppe leichter. In der Startliste sind relativ viele Mädels mit einer Bestzeit in meinem Bereich. Deswegen ist es eher unwahrscheinlich, dass ich völlig alleine auf weiter Flur daherkomme.“ Die blaue Ideallinie wird Sonntag in den frühen Morgenstunden gezogen.

Mitte Juni gewann sie die österreichischen Berglauf-Staatsmeisterschaften in St. Margareten im Rosental, danach begab sie sich bis 21. Juli ins Höhentrainingslager nach St. Moritz. „In der zweiten Woche ging es mir nicht so gut, da hatte ich eine Magen-Darm-Erkrankung. Da hatte ich das Gefühl, mir läuft die Zeit davon. Es ist mir ziemlich auf den Geist gegangen, weil es länger gedauert hat. Danach war es aber super, die Form ist so angestiegen, dass ich zufrieden sein muss.“ Noch ein Wunsch fürs Rennen: „Kühl und bewölkter Himmel.“

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Publiziert am 05.08.2012